Ich habe einen Traum von Ostern
Der Osterhase wünscht sich nicht nur Möhrchen, sondern auch liebevollen und bewussten Umgang mit seinen Artgenossen, denn die beliebten Kaninchen sind kein Kinderspielzeug. Foto: st

Ich habe einen Traum von Ostern

Der Osterhase träumt von informierten Hasenkäufern, einem Kumpel und leckeren Blumen und Gräsern

Viele von Euch denken sicherlich: Der Osterhase träumt ohnehin nur von Möhrchen. Aber so simpel ist ein Hase dann doch wieder nicht gestrickt. Natürlich, ich träume auch mal von Möhrchen. Wobei die gar nicht unbedingt zu meinen favorisierten Mahlzeiten gehören.
Noch viel lieber esse ich frische Kräuter. Dill vor allem. Oder auch Basilikum. Wie ich diesen Geruch liebe. Auch lecker: frisches Grün von draußen. Das war ja zuletzt doch sehr dünn gesät. Aber pünktlich zu Ostern wird das besser. Da fangen die Blumen und Gräser an zu sprießen, da wird die Wiese zu einem echten Paradies für mich und meine Artgenossen.
Ich merke schon, ich bin vom Thema abgekommen. Die Redaktion hat mich gebeten, über meine Träume zu reden. Und hierzu eignet sich die Osterzeit besonders gut. Schließlich stehe ich dann auf vielen Wunschzetteln. Ja, Ihr lest richtig. Nicht nur mein Kumpel aus Schokolade, sondern auch ich und meine Freunde aus Fell. Denn auch wir sind zu einem beliebten Geschenk für kleine Kinder geworden. Niedlich, mit einem schönen weichen Fell, einfach zum Knuddeln. So zumindest die weitläufige Meinung.
Ich träume davon, dass sich die Menschen erst einmal ausreichend informieren, ehe sie mich verschenken. Ich bin mir fast sicher, dann würden künftig nur noch Osterhasen aus Schokolade in den Nestern liegen. Keine Sorge, ich bin kein Untier. Und ich bin auch genauso niedlich, wie ich aussehe. Aber ich bin eben auch ein äußerst komplizierter Zeitgenosse. Streicheleinheiten und Knuddeln? Schön und gut, aber im Übermaß brauche ich das nicht. Was ich stattdessen brauche ist ein Kumpel. Und zwar keinen menschlichen, sondern einen tierischen. Und da kommen weder Katze noch Hund noch Hamster infrage. Ich halte es eher nach dem Motto „Gleich und gleich gesellt sich gern“. Ich brauche einen Hasenfreund.
So nett die menschlichen Streicheleinheiten auch sind, aber spätestens wenn es ums Thema Fell lecken geht, hört die Zuneigung doch auf. Und das ist noch lange nicht alles. Ich bin quasi die Frau unter den Tieren. Ich brauche eine Menge Auslauf, ich habe meinen eigenen Kopf und ich bin auch im Hinblick auf das Essen wirklich ziemlich wählerisch. Klar, das leckere Futter aus der Packung finde ich ziemlich lecker. Aber das ist ähnlich wie bei Euch Menschen: Ihr mögt das Ungesunde auch besonders gerne. Beide wissen wir: Gut tut das nicht. Gut tut das Ausgewogene. Und das sind in meinem Fall eben nicht nur Möhrchen, nicht nur „Trockenfutter“, sondern Gemüse, Obst, Kräuter. Jeden Tag, immer frisch. Sonst gibt‘s Bauchweh.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wer sich für mich entscheidet, sollte das ganz bewusst tun. Ich gebe zwar viel, aber ich erwarte auch viel. Jetzt muss ich mich aber erst einmal sputen, denn ich muss an den Feiertagen mit vielen bunten Eiern und meinen Kumpels aus Schokolade Kinderaugen zum Leuchten bringen.

Aufgezeichnet von Sina Ternis

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