„Ich konnte selbst entscheiden, wann ich schließe“
Georg Keil schließt sein Sportgeschäft am 20. März.

„Ich konnte selbst entscheiden, wann ich schließe“

Ende von Sport Keil am 20. März / Viel Spaß zu Zeiten des Tennis-Booms

Barsinghausen Mit Sport Keil schließt ein Traditionsgeschäft in Barsinghausen seine Pforten. „Der Vertrag läuft noch bis Ende März, am 20. März ist unser letzter Verkaufstag“, teilt der Geschäftsführer Georg Keil mit. Seine Bilanz nach knapp 40 Jahren? „Ich bin zufrieden. Ich bin inzwischen Rentner und konnte deshalb selbst entscheiden, wann ich aufhöre“, erklärt Keil.

Gern sei er vor knapp 40 Jahren nach Barsinghausen gekommen. Anfänglich war Keil im Haupthaus des Kaufhauses Ballin beschäftigt. Später dann im ausgelagerten „Ballin Sport und Leder“ am heutigen Standort. Von Anbeginn war das Sportgeschäft Mitglied der Intersport Einkaufsgenossenschaft. Als sich Familie Ballin dann nach und nach aus dem Einzelhandelsgeschäft zurückzog, stand Keil vor der Entscheidung, das Sportgeschäft zu übernehmen – und griff zu. „17 Jahre habe ich das Geschäft nun geführt. Das City-Center ist tot, das Internet mein Hauptkonkurrent. Aufgrund der örtlichen Lage habe ich keinen Nachfolger gefunden. Es gibt genügend Nachfrage für ein Sportgeschäft wie dieses, aber die Lage ist einfach nicht ansprechend“, bedauert er. Deswegen werde auch sein Mitarbeiter Carlos Peña das Geschäft nicht weiterführen. „Herr Peña ist ein herausragender Mitarbeiter“, lobt Keil. Er sei all die Jahre verlässlich und loyal gewesen und nie krank. „Mit Herrn Peña hatte ich wirklich Glück“, meint Georg Keil anerkennend.

Quelle: del Rio

Wenige Wochen nach Entstehen dieses Fotos feierte der 17-jährige Boris Becker seinen ersten Wimbledonsieg. Hier bespannt Georg Keil (links) ihm einen Tennisschläger.

Jetzt freue er sich auf mehr Zeit, die er mit seinen drei kleinen Enkeln verbringen könne. Um bei den Radtouren noch flexibler zu werden und weitere Strecken bewältigen zu können, plant er den Kauf eines E-Bikes. Auch die Leidenschaft für den Tennissport will er weiter pflegen. „Der Tennis-Boom vor gut dreißig Jahren, das war schon was“, erinnert er sich. „Damals hatte jedes Dorf einen Tennisverein. Egal ob Hohenbostel oder Groß Munzel, überall wurde Tennis gespielt. Zum Teil habe wir zehn Schläger pro Tag neu besaitet!“, schwärmt er.

Als er damals bei einem Turnier in Hamburg mit dabei war, sei ein junger Mann ins Zelt gekommen, um seinen Schläger neu bespannen zu lassen. Keil hätte damals gefragt, wer dieser Jugendliche denn gewesen sei? Das sei ein hoffnungsvoller deutscher Nachwuchsspieler, war die Antwort des Organisators. Nur wenige Wochen später gewann dieser Junge das Turnier in Wimbledon. Der Sieger hieß Boris Becker und war 17 Jahre alt. mj

Bildquelle

  • Sport_Keil_Bobbele: del Rio
  • IMG_3284: Mirko Haendel

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