Interview: Markus Becker – „Mussorgski ist dicht dran am Jazz“

Interview: Markus Becker – „Mussorgski ist dicht dran am Jazz“

Professor Markus Becker stellt seine neue CD im Pavillon mit einem Konzert vor

Hannover. Im Pavillon wird es am Mittwoch, 8. Oktober, ein ungewöhnliches Konzert geben: Der Pianist Prof. Markus Becker wird sein Soloprogramm „Kiew – Chicago“ vorstellen. Im ersten Teil widmet er sich dem Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski, ein Klassiker der Ernsten Musik (E-Musik) aus dem Jahr 1874. Nach der Pause wird er Jazz-Improvisationen spielen. Ein Gespräch über E-Musik im Unterhaltungs-Rahmen.

Herr Prof. Becker: E-Musik in U-Umgebung- Klassik im Pavillon, das gab es noch nie. Warum stellen Sie ihr Programm dort vor?

Zum einen, weil der Pavillon nach seiner Sanierung jetzt einen Saal mit einer großartigen Akustik hat. Zum anderen ist mir der Pavillon als alter Hannoveraner ja nicht fremd. Schlussendlich passt das Programm – auf der einen Seite Jazz, auf der anderen Klassik – besser in den Pavillon als beispielsweise in den Beethovensaal des HCC.

Sie werden aber beides – also E- und U-Musik – nicht vermischen…?

Nein, auf keinen Fall. Ich mache kein Crossover. Vor der Pause gibt es Klassik, danach den Jazz.

Wo sind denn die Verbindungspunkte?

Was Mussorgski macht ist zum einen sehr rhythmisch und zum anderen auch improvisatorisch dicht dran am Jazz.

Dennoch stellen Sie die beiden Teile gegenüber. Warum?

Beide Stilrichtungen haben Berührungspunkte. Aber diese sollte sich der Zuhörer selbst erschließen.

Dass sich ein Pianist für Klassik und für Jazz engagiert, ist ungewöhnlich. Wie kam es dazu?

Seit meiner Kindheit schlagen zwei Seelen in meiner Brust. Ich bin mit beidem aufgewachsen. Meine Eltern waren zwar eher der Klassik verbunden, aber ich habe in der Schulzeit bereits Musik gemacht – und das war eher Musik für Theaterstücke.

Interview: Heike Schmidt

Markus Becker ist seit 1993 Professor an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Hier leitet er eine Klasse von Pianisten und Kammermusik-Ensembles. Becker hat zahlreiche Preise gewonnen. Für seine CD-Einspielungen hat er gleich dreimal den ‚Echo-Klassik’ bekommen. Seine neueste CD heißt wie das Programm, das er am Mittwoch, 8. Oktober, um 20 Uhr im Pavillon spielen wird: „Kiew-Chicago“

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