Interview: Sven-Sören Christophersen

HANNOVER (bo/lb). Sven-Sören Christophersen wechselte vor der Saison von den Füchsen Berlin zur TSV Hannover-Burgdorf. Der 1,98 Meter große Rückraumspieler absolvierte 101 Länderspiele und erzielte dabei 182 Tore. Seit Juni 2013 ist er mit Katharina verheiratet. Im Interview spricht er über seine Anfangszeit bei den Recken und seine Wünsche für die Handball-WM in Katar im Januar.

Herr Christophersen, Sie sind seit Anfang der Saison bei den Recken. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

Die Anfangszeit war für mich nicht einfach, da es ein recht kurzfristiger Wechsel war. Dazu kam, dass ich acht Wochen im Hotel leben musste und ich vor dem ersten Spiel noch eine Hüftverletzung erlitt. Aber inzwischen bin ich richtig angekommen. Persönlich möchte ich aber noch konstanter auf hohem Niveau spielen. Da muss ich noch weiter an mir arbeiten.

Was wollen Sie mit Hannover-Burgdorf erreichen?

Die TSV ist in den beiden letzten Jahren Sechster und Achter geworden. Es ist ein Team, das sich hervorragend entwickelt hat und sich dauerhaft in der oberen Hälfte festbeißen will. Wir wollen sicherlich noch einige Plätze klettern. Das Mittelfeld ist sehr eng zusammen. Natürlich hätte ich nichts gegen eine erneute Europapokalteilnahme. Aber wenn wir am Ende Siebter werden und nicht in Europa unterwegs sind, wäre es fatal zu sagen, dass es eine schlechte Saison war. Deshalb will ich mich auf keinen Tabellenplatz festlegen.

Wie kann die Mannschaft noch konstanter in den Leistungen werden?

Es würde helfen, wenn der Kader wieder komplett zusammen wäre. Wir haben mit Mait Patrail und Jan Fiete Buschmann zwei Langzeitverletzte. Immerhin kehrt Runar Karason wieder zurück. Aber mit den Ausfällen ist es besonders im Deckungsverbund schwierig. Man muss sich immer wieder neu abstimmen. Das braucht Zeit.

Aus der Metropole Berlin sind Sie in das beschauliche Hannover gekommen. Haben Sie denn schon Lieblingsplätze für sich entdeckt?

Ich hatte noch gar nicht so viel Zeit, die Stadt ausgiebig zu erkunden. Die freien Tage habe ich in der Anfangszeit eher dazu benutzt, meine Frau in Berlin zu besuchen. Inzwischen leben wir in Kleefeld und fühlen uns da auch sehr wohl. Ich kann den Spruch, dass Hannover erst auf den dritten Blick schön ist, überhaupt nicht verstehen. Lieblingsplätze gibt es aber noch nicht. Das entwickelt sich.

In Berlin waren Sie einer von vielen Stars. In Hannover stehen Sie als Nationalspieler besonders im Rampenlicht. Ist das ungewohnt für Sie?

Ich bin immer mein größter Kritiker und Trage viele Kämpfe mit mir selber aus. Ich bin noch nicht wieder da, wo ich hin möchte. Das ist für mich entscheidend. Alles andere sind Randerscheinungen. Ich habe vielleicht mal einen Pressetermin mehr, aber ich würde mich nie im Team herausstellen.

Welche Vorteile bringt es Ihnen, Füchse- und Nationaltrainer Dagur Sigurdsson so gut zu kennen?

Ich kann ihn natürlich gut einschätzen und kann bei Mitspielern auch vermitteln. Viele Übungen und taktische Vorstellungen kenne ich schon aus dem Füchse-Training. Er weiß auf der anderen Seite auch, was er an mir hat. Er kann mich vielseitig im Rückraum Mitte und links einsetzen.

Wie wichtig wäre ein erfolgreiches Abschneiden bei der WM in Katar?

Wir haben mit Handball in Deutschland ein Produkt, das begeistern kann. Aber da gehören auch Erfolge zu. Ich hoffe, dass wir bei dem schweren Turnier für positive Schlagzeilen sorgen können. Dann wird hoffentlich bei zukünftigen Turnieren nicht mehr darüber diskutiert, ob ARD und ZDF übertragen. Dann ist es eine Selbstverständlichkeit.

Im nächsten Jahr werden Sie 30. Haben Sie sich schon Gedanken über die Zeit nach der aktiven Karriere gemacht?

Ich hoffe natürlich, noch einige Jahre spielen zu können. Ich habe noch keine konkrete Idee, was danach passiert. Ich will nicht ausschließen, dem Handball erhalten zu bleiben. Aber ob als Trainer oder im Management, das ist völlig offen.

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