Korbball – Ein Sport mit Tradition
Trainerin Andrea Grupe (von links), Mona und Jana Reimer, Sabrina Wiggers, Saskia Grupe, Jana Sartor, Melanie Kaufmann und unten Katherina Kollmann sowie Lena Grupe träumen vom Aufstieg. Foto: dik

Korbball – Ein Sport mit Tradition

Die 1. Damen vom TB Stöcken wollen oben mitspielen und träumen vom Aufstieg in die Bundesliga Nord

Von Dieter Kösel
Stöcken. Viele He­ranwachsende haben die Stangen mit dem Korb obendrauf schon einmal im Geräteraum ihrer Sporthalle gesehen. Das erinnert an Basketball, aber wozu diese Korbstangen eigentlich genau verwendet werden, das wissen nur wenige. Korbball gehört zu den Sportarten, die im Unterricht nicht mehr oder nur noch sehr selten gelehrt werden.
Schade, denn Korbball ist ein attraktives Spiel, und Hannover war einmal eine Hochburg. Alleine der Turnerbund (TB) Stöcken kann auf stolze 15 Deutsche Meistertitel verweisen. Er ist einer von fünf Vereinen, in denen dieser Sport in unserer Landeshauptstadt überhaupt noch angeboten wird. „Meine Großmutter hat noch Korbball-Spiele im Fernsehen gesehen“, berichtet Melanie Kaufmann, Mannschaftskapitänin der 1. Damen beim TB. Heute plagen jedoch Nachwuchssorgen.
Korbball wurde bereits zwischen 1860 und 1880 in Deutschland gespielt. Es geriet in Vergessenheit, bis es 1896 August Hermann aus Braunschweig wiederbelebte. Auf Grund weicher Wurfbewegungen und des nicht ausgeprägten Körperkontaktes bezeichnete er es als ein besonders für Frauen geeignetes Spiel. Dies hat sich durchgesetzt, Korbball wird hauptsächlich von Mädchen und Frauen ausgeübt.
Melanie Kaufmann spielt seit ihrem sechsten Lebensjahr Korbball. Seit der B-Jugend ist die heute 21-Jährige für den TB aktiv, wo sie sich sehr wohlfühlt. „Unter Korbballerinnen ist die Identifizierung mit ihrem Verein sehr hoch“, weiß die Master-Studentin für Kommunikationsmanagement.
Der Grund für die Verbundenheit ist nicht nur in der zahlenmäßigen Überschaubarkeit der Kader zu suchen, sondern auch in der Sportart selber. „Wir sind aufeinander angewiesen und alle tragen Verantwortung für die Gruppe“, erklärt Melanie Kaufmann, „die kann nur funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Deshalb sind Trainingsfehlzeiten eher selten und auch jenseits des Sports wird viel gemeinsam unternommen.
Eine Korbfrau, die durch ein besonderes Trikot gekennzeichnet ist, und vier Feldspielerinnen dürfen bei diesem Hallensport aufs Feld. Drei Wechselspielerinnen sind gestattet. Um den Korb ist ein drei Meter entfernter Kreis gezogen, von dem aus Würfe erlaubt sind. „Das ist ein sehr taktikorientiertes Spiel, und die verschiedenen Wurftechniken, um die Korbfrau zu überlisten, verlangen Präzision“, weiß Melanie Kaufmann.
Vier Mannschaften von den A-Juniorinnen bis zur Ü30 sind für den TB aktiv. Die 1. Damen wurden in der vergangenen Saison Vizelandesmeister. Der Niedersachsenligist träumt nun vom Aufstieg in die Bundesliga Nord. „Wir sind bereit, oben mitzuspielen“, sagt Trainerin Andrea Grupe. Trotz eines Fehlstarts ist noch alles drin.
Seit einem Jahr bieten die Stöckenerinnen Ballgewöhnung für Kinder ab fünf Jahren an, Neue sind willkommen. Dort lernen sie, mit Bällen umzugehen und im Team Sport zu betreiben, um sie für Korbball zu begeistern. Momentan nehmen bis zu 15 Kinder teil. Trainiert wird mittwochs von 16.15 bis 17.15 Uhr in der neuen Sporthalle der IGS Stöcken, Eichsfelder Straße 38. Ihre Trainerin ist mit Daniela Ebersbach eine Deutsche Meisterin. Damit schließt sich der Kreis, und dies lässt da­rauf hoffen, dass dieser Sport trotz aller Konkurrenz weiterhin Zukunft hat!
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