Laatzen baut erfolgreich vor. Stadt hat seit 2004 3,3 Millionen Euro in den Ausbau des Kanalnetzes und des Hochwasserschutzes investiert
Starkregen-Ereignisse führten – wie hier in der Alten Rathausstraße – im August 2014 in Teilen der Stadt noch zu Überschwemmungen. In diesem Jahr blieb Laatzen weitgehend verschont. Foto: Stadt Laatzen

Laatzen baut erfolgreich vor. Stadt hat seit 2004 3,3 Millionen Euro in den Ausbau des Kanalnetzes und des Hochwasserschutzes investiert

Laatzen (rks). Die Investitionen, so scheint es, haben sich gelohnt. Rund 3,3 Millionen Euro hat die Stadt Laatzen in den zurückliegenden 13 Jahren aufgewandt, um den Ausbau der Niederschlags- und Schmutzwasserkanalisation voranzutreiben und den Hochwasserschutz zu verbessern. Das Ergebnis: Der Dauerregen, der Ende Juli in zahlreichen umliegenden Kommunen für zum Teil verheerende Überschwemmungen sorgte, hat in Laatzen kaum Spuren hinterlassen.

„Es ist schon bemerkenswert, dass wir verschont geblieben sind“, sagte Bürgermeister Jürgen Köhne, der kürzlich gemeinsam mit Stadtrat Axel Grüning sowie Anja Gnad und Cornelia Piel als Vertreterinnen des Tiefbaumtes, einen Blick zurück auf die Ereignisse des Julis warf.

„Die Niederschlagsmenge in Laatzen ist geringer gewesen als etwa in Springe oder Alfeld. Auf der anderen Seite wurde an der Brücke über die B 443 bei Koldingen mit 5,03 Metern ein neuer Pegelhöchststand der Leine gemessen“, hob Stadtrat Grüning hervor. Dennoch habe das Hochwasser lediglich im Überschwemmungsgebiet der Leine Schäden an den Wanderwegen in Höhe von geschätzten 40 000 Euro verursacht. „Die Ortslagen“, so Grüning, „blieben vom Hochwasser verschont.“

Dazu beigetragen haben dürfte nach Einschätzung Grünings vor allem das zum Schutz Rethens vor Hochwasser aus der Bruchriede auf der sogenannten Meskenwiese angelegte Rückhaltebecken, in das die Stadt 2010 354 000 Euro investierte. Als vorteilhaft erweist sich zudem, dass Schmutz- und Niederschlagswasser in Laatzen bis auf wenige Ausnahmen in getrennten Kanalsystemen abgeleitet werden. Dringt aufgrund von Defekten oder falschen Anschlüssen – wie dies etwa in Ingeln-Oesselse in der Vergangenheit häufig der Fall war – bei starken Niederschlägen dennoch Regenwasser in die Schmutzwasserkanalisation ein, kann dies zu einer Überlastung des Abwassernetzes führen. Ein Problem, welches die Stadt nach der 2004 für 1,4 Millionen Euro erfolgten Sanierung der Schmutzwasserkanalisition in Ingeln-Oesselse weitgehend in den Griff bekommen hat.

Als Erfolg werten Grüning und Köhne ferner die Investitionen in die Erneuerung der Pumpstationen in Ingel-Oesselse (Breiter Paul) und Gleidingen (Maschstraße) sowie die punktuelle Verbesserung der Aufnahmekapazität einzelner Regenwasserkanäle – so geschehen in Teilen der Marktstraße, in der Ulmer Straße und im Steinweg. „Die Ereignisse vom Juli zeigen, dass wir offenbar auf dem richtigen Weg sind“, sagte Köhne. Dennoch müsse angesichts der prognostizierten Zunahme sogenannter Starkregen-Ereignisse weiter an der Entwässerung gearbeitet werden. Konkret für das kommende Jahr geplant sind derzeit die Vergrößerung der Regenwasserkanäle in der Braunschweiger Straße zwischen Steinweg und Lehrter Straße sowie in der Marktstraße zwischen Marktplatz und Albert-Schweitzer-Straße.

Dabei kommt dem Vorhaben in der Marktstraße eine besondere Bedeutung zu: Die Regenwasserkanäle unter der Marktstraße und der Würzburger Straße gelten als hydraulisch überlastet. Das Niederschlagswasser wird aktuell größtenteils unter der Robert-Koch-Straße, dem Postweg und unter dem Leine-Center hindurch zur Albert-Schweitzer-Straße geführt. Sollte es hier zu einer Überlastung des Netzes kommen, müsste wegen der tiefer liegenden Eingänge des Modehauses Adler und des Leine-Centers in diesen Bereichen mit Überschwemmungen gerechnet werden.

„Das Beispiel zeigt, dass wir unsere Schwachstellen kennen und wissen, wo wir tätig werden müssen“, sagte Köhne. Um auch für die Zukunft gewappnet zu sein, wird die Stadt in den Jahren 2020/2021 rund 200 000 Euro für die Überarbeitung des sogenannten Generalentwässerungsplanes Niederschlagswasser aufwenden. Aus ihm ergeben sich Hinweise auf die Erforderlichkeit und die Dringlichkeit weiterer Maßnahmen zum Schutz vor Überschwemmungen.

 

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