Licht und Schatten bei Stadtmobil
Mobil auch ohne eigenes Auto: Stadtmobil gehört zu den Pionieren des Car-Sharings. Foto: cle

Licht und Schatten bei Stadtmobil

ADAC testet Car-Sharing Angebote in neun deutschen Städten – Hannover mit „gut“ bewertet

von Hartmut Heinze und Clemens Niehaus
Hannover. Gute Noten für Hannovers Car-Sharing Anbieter Stadtmobil – aber auch Kritikpunkte, so das Ergebnis eines ADAC-Testes, der 33 Carsharing-Angebote in neun deutschen Städten unter die Lupe nahm. Das überwiegende Ergebnis: Car-Sharing funktioniert im Großen und Ganzen relativ problemlos.
Auto buchen, einsteigen, losfahren – bei Stadtmobil funktioniert das. Besonders positiv bewertet wurde der hiesige Anbieter in den Kategorien Handhabung und Fahrzeug. Aber: Bei einem Fahrzeug sei die Inspektion seit mehr als 6000 Kilometern überfällig und in einem Fahrzeug sei kein Warndreieck an Bord gewesen, bemängelten die Tester. Weiterhin wurden bei Stadtmobil – wie bei vielen anderen Anbietern auch – Vertragsklauseln, die die Kunden benachteiligen, bemängelt. So wälze, laut ADAC-Test, Stadtmobil die Beweislast bei Schäden am Fahrzeug auf den Kunden ab – das sei nach überwiegender Rechtsprechung unzulässig. Das findet Judith Siano, Referentin der Geschäftsführung und Abteilungsleiterin Kundenservice bei Stadtmobil, nicht.

„Die ADAC-Kritik an unseren AGB sehen wir als großes Ärgernis und nicht gerechtfertigt. Wir bedauern hier sehr, dass der ADAC nicht auf die Einwände unseres Anwalts eingegangen ist und uns wegen eines umstrittenen Punktes insgesamt heruntergestuft hat, vor allem, weil dieser strittige Punkt bei anderen Organisationen weniger streng beurteilt wurde“, ärgert sich Siano über die ADAC-Kritik.
„Der Test ist durchgeführt worden, weil das Teilauto-Modell boomt“, heißt es seitens des ADAC. Zu Beginn des Jahres seien bundesweit 1,3 Millionen Nutzer bei rund 150 Anbietern in mehr als 530 Kommunen registriert. Im Durchschnitt ersetze jedes der 16 000 Car-Sharing-Fahrzeuge drei Privatautos. Hannover ist eine der Keimzellen des Teilauto-Gedankens. Stadtmobil, das mittlerweile auch in anderen Metropolen wie Berlin oder Frankfurt vertreten ist, kommt in der niedersächsischen Landeshauptstadt auf knapp 6000 Kunden und rund 200 Fahrzeuge.
Stadtmobil in Hannover befindet sich mit seinem Ergebnis im Mittelfeld, Testsieger waren cambio in Hamburg und Köln sowie car2go in Frankfurt und Köln. Die mit der Note „ausreichend“ am schlechtesten bewerteten Anbieter waren car2go in Berlin und Hamburg sowie Greenwheels in Hamburg.
Grundsätzlich unterscheidet man bei Carsharing zwischen stationsgebundenen Angeboten und sogenannten Free-Floatern, das heißt Fahrzeugen, die innerhalb eines bestimmten Gebiets wieder abgestellt werden können. Free-Floating-Autos sind deshalb besonders flexibel. Stationsgebundene Anbieter machen oft günstigere Angebote und bieten die größere Bandbreite an Modellen an. Qualitativ unterschieden sich im Test beide Modelle kaum.
„Wir finden es schade, dass weder unsere Flottenvielfalt (vom smart fourfour bis 9-Sitzer-Bus und Transporter) noch die Tatsache, dass wir die erste Organisation in Deutschland waren, die neben stationsgebundenem- auch das sog. freefloating-CarSharing mit 40 Stadtflitzern in Hannover angeboten hat, bei dem Testergebnis eine Rolle spielt“, sagt Judith Siano. Trotzdem freue man sich über die insgesamt gute Bewertung und die in einigen Bereichen sogar sehr guten Ergebnisse. Aber: „Über die aus unserer Sicht ungerechtfertigten Kritikpunkte ärgern wir uns“, sagt Siano, „soweit es uns möglich ist, arbeiten wir an den gerechtfertigten Kritikpunkten, damit wir sie beseitigen und uns weiter verbessern“.

❱❱ www.stadtmobil-hannover.de
❱❱ www.adac.de

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