Mindestpreis für Fleisch?
Könnte es einen staatlich festgelegten Mindestpreis für Fleischprodukte geben? Foto: Imago

Mindestpreis für Fleisch?

Politiker streiten um die Verbesserung von Produkten

von Jan Sternberg
Berlin. Friedrich Ostendorff ist Landwirt und Bundestagsabgeordneter. Der Agrarexperte der Grünen hat Mindestpreise für Fleisch im Supermarkt gefordert – stößt damit aber an der Fraktionsspitze auf Ablehnung.  „Für 2,99 Euro kann niemand ein Kotelett gewinnbringend produzieren, bei dem es dem Tier auch noch gut gegangen ist“, hatte Ostendorff gesagt.
Fraktionschef Anton Hofreiter hielt dagegen: „Ich halte staatlich verordnete Mindestpreise nicht für den richtigen Weg.“ Zwar sei eine Debatte über Dumpingpreise richtig, angesichts der Krise, in der die Bauern steckten. In diesem Falle handele es sich aber um den Debattenbeitrag eines einzelnen Abgeordneten. Er selbst wolle Marktstrukturen fairer gestalten und die Fördergelder neu verteilen, sagte Hofreiter.
Auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) erteilte der Forderung umgehend eine Absage. „Ich bin gegen staatlich festgelegte Preise für Nahrungsmittel“, sagte er. „Das wöchentliche Einheitsschnitzel, zum Einheitspreis wird es mit mir nicht geben.“ Die Zukunft der deutschen Lebensmittelindustrie liege im Qualitätswettbewerb und nicht im Preiskampf. Die Verbraucher seien bereit, für gute Lebensmittel tiefer in die Tasche zu greifen. Die deutschen Bauern beklagen, dass von den Handelspreisen für Fleisch und Wurst zu wenig bei den Produzenten ankommt. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbands bekommt ein Bauer etwa für 200 Gramm Salami nur 26 Cent, für eine Bratwurst im Brötchen nur 20 Cent. Michaela Dämmrich, Tierschutzbeauftragte der niedersächsischen Landesregierung, will auch für Fleisch eine Kennzeichnung wie bei den Eiern. „Die „3“ stünde für den gesetzlichen Mindeststandard, die „2“ für die Haltung mit mehr Platz und Auslauf, „1“ wäre die Freiland- oder Weidehaltung und „0“ hieße „ökologisch erzeugt“. Die Kennzeichnung sollte möglichst einfach und verständlich sein.“

 

Würden Sie mehr Geld für Fleisch ausgeben? (Umfrage & Fotos: Diana Cabrera-Rojas)
4(8)

Wolfgang R., 57 Jahre, Handwerker: Wenn die Tiere artgerecht gehalten werden und ein gutes Leben haben, dann würde ich mehr bezahlen. Generell würde ich wahrscheinlich weniger Fleisch essen.

3(8)

Marcia Stehr, 47 Jahre, Hausfrau: Fleisch ist schon teuer. Ich kaufe Fleisch ausschließlich, wenn es im Angebot ist. Ein hoher Preis garantiert nicht automatisch die Qualität des Preises, denke ich.

2(8)

Rainer Maß, 59 Jahre, Buchhändler: Ich würde mehr zahlen, aber es hängt natürlich vom Einkommen ab. Wer wenig verdient, würde bei höheren Preisen vermutlich häufiger verzichten. Vielleicht würde es mehr Vegetarier geben.

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