Netzwerk gegen hohe Mieten
Günstig wohnen in Linden?: Sozialwissenschaftler Raimund Lazar (links) leitet die Debatte mit einem Vortrag ein. 25 Teilnehmer diskutieren. Kirchenvorstand Volker Rohde (rechts): „Das Thema hätte mehr Beachtung verdient.“Foto: Triller

Netzwerk gegen hohe Mieten

St. Martin-Gemeinde diskutiert über Mietpreisentwicklung in Linden

In Linden entsteht zunehmend hochpreisiger Wohnraum: Zum Beispiel an der ehemaligen Hautklinik, auf dem Hanomag-Gelände und im Von-Alten-Park. Dieses Bauprojekt in gehobener Preisklasse wird direkt im Blickfeld der St. Martinskirche errichtet und gab gemeindeintern Anlass für eine Diskussion zum Thema „Günstig wohnen in Linden?“, die vor wenigen Tagen stattfand. „Wir fragen uns schon, wie sich der Stadtteil durch den Zuzug von Menschen verändern wird, die sich solch teuren Wohnungen leisten können? Und was bedeutet das für unsere Gemeinde?“, erklärt Volker Rohde vom Kirchenvorstand St. Martin. Rund anderthalb Stunden wurde im Kreis von 25 Interessierten diskutiert. „Die Leute reagierten gelassen“, stellte Rohde fest. Veränderungen, so der Tenor in der Runde, habe es in den vergangenen Jahren in Linden häufiger gegeben. Die aktuellen Mietpreise, bei denen durchaus eine Steigerung festzustellen sei, seien aber kein Anlass, in Panik zu geraten.
In der Kirchengemeinde St. Martin guckt man auf den Wohnungsmarkt in Linden auch als Vermieter. Die Gemeinde besitzt im Stadtteil 35 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von rund 2500 Quadratmetern. Die Miete pro Quadratmeter liegt zwischen 5,50 und 6,00 Euro. Bei Neuvermietungen achte man darauf, so Rohde, dass auch Leute zum Zuge kommen, die in Linden-Mitte bei der Wohnungsvergabe eher das Nachsehen haben. Entschieden werde aber sehr individuell und fallbezogen. „Die Gemeindeversammlung hat bestätigt, dass wir auch künftig so verfahren wollen“, sagt Rohde.
Den Wohnungsmarkt in Linden will die Kirchengemeinde beobachten. Um negative Entwicklungen entgegenzuwirken, plant die Gemeinde ein Netzwerk mit Akteuren aus der Wohnungswirtschaft. „Wir wollen den Kontakt zu Genossenschaften und Vermietern aufbauen“, erklärt Rohde. Unabhängig von der Lage auf dem Wohnungsmarkt will die St. Martinsgemeinde, die Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen sozialen Milieus fördern. Hierfür kann eventuell ab 2017 eine zusätzliche Diakonie-Stelle in Linden-Süd geschaffen werden.

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