Neue Brücke für Radfahrer und Fußgänger am Clevertor
Die Ansicht der historischen Brücke von 1781 wird derzeit durch die Stahlkonstruktion an der Seite gestört. Nach Abschluss des Neubaus soll die alte Brücke wieder vollständig sichtbar sein. Foto: Haak

Neue Brücke für Radfahrer und Fußgänger am Clevertor

Einen Engpass für Radler auf dem Weg in die Innenstadt will die Stadt nun entschärfen: Geplant ist, an der Brühlstraße (im Bereich Clevertor) eine neue Brücke für Radfahrer und Fußgänger zu bauen. Sie soll gleich neben der historischen Brücke  aus dem Jahr 1781 über die Leine führen. Eine Million Euro sind dafür veranschlagt. Die Arbeiten sollen im Herbst beginnen. Entsprechende Pläne wurde kürzlich im Bezirksrat Mitte vorgestellt.

Den schmalen Streifen (Bild oben) müssen sich im Moment Radfahrer und Fußgänger teilen. Diesen Engpass will die Stadt durch die neue Brücke entschärfen. Foto: Oberdorfer

Den schmalen Streifen (Bild oben) müssen sich im Moment Radfahrer und Fußgänger teilen. Diesen Engpass will die Stadt durch die neue Brücke entschärfen. Foto: Oberdorfer

Rückblick: Bisher verliefen Geh- und Radweg auf einer Stahlkonstruktion, die 1951 an der historischen Brücke angebracht worden war. Die Zusatzkonstruktion ist nach Angaben der Stadt marode und kann nicht mehr genutzt werden. Seit zwei Jahren ist sie deshalb gesperrt. Weil eine Sanierung nicht möglich sei, will die Stadt sie nun entfernen lassen und stattdessen eine separate Brücke für Radfahrer und Fußgänger bauen. Sie soll im Abstand von sechs Metern parallel zur bestehenden Brücke verlaufen. Damit Radfahrer auf der neuen Brücke in beide Richtungen fahren können, ist eine Breite von sechs Metern vorgesehen.

Brückenanbau nach 65 Jahren marode
Dass die vorhandene Stahlkonstruktion baufällig ist, hatten 2013 die regelmäßige Brückenprüfung und detaillierte Nachuntersuchungen ergeben. Die Stadt hat daraufhin einen zwei Meter breiten Streifen abgesperrt. „Eine Gefährdung für die Nutzer hat zu keiner Zeit bestanden“, erklärt Stadtsprecher Alexis Demos. Es sei normal, dass es bei einer Stahlkonstruktion nach 65 Jahren zu Ermüdungserscheinungen komme.
Anders als die Stahlträger sei die historische Brücke selbst weiterhin tragfähig. 2013 habe ein Test ergeben, dass die derzeitige Beschränkung auf eine Belastung von 16 Tonnen ausreichend sei. Der Autoverkehr solle deshalb auch zukünftig über die bestehende Brücke geführt werden. Nach Abschluss der Neu- und Umbauarbeiten können Autofahrer die Fahrbahn wieder in voller Breite nutzen, so Demos. Zur Zeit ist ein Teil der Fahrbahn für den Radverkehr abgesperrt.

Bezirksrat mit Änderungswünschen
Grundsätzlich befürwortet der Bezirksrat Mitte die Erneuerungsmaßnahmen. „Der jetzige Zustand ist nicht haltbar. Es ist so eng, dass es für Fußgänger und Radfahrer richtig gefährlich werden kann“, sagt Dieter Prokisch, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Bezirksrat Mitte. Auch die grüne Bezirksratsfraktion begrüßt es, dass die Stadt die Situation im Bereich der Brücke verbessern will. Die konkrete Umsetzung sieht sie aber kritisch. Die Grünen haben deshalb einen Änderungsantrag eingebracht, dem der Bezirksrat mehrheitlich zugestimmt hat.
Nach den Plänen der Stadt sollten die Radfahrer in den Seitenbereichen auf Metallgittern fahren, die den Blick nach unten freigegeben hätten. Der Änderungsantrag des Bezirksrats sieht nun eine vollständige Asphaltierung vor. „Die Gitter könnten im Winter und bei Regen rutschig sein“, begründet Martin Nebendahl, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Außerdem fordert der Bezirksrat, die neue Brücke so nah wie möglich an der alten zu bauen. Der Abstand von sechs Metern, den die Stadt vorschlägt, sei zu groß. „Fußgänger würden sonst auf eine Häuserwand zugelenkt“, erklärt Nebendahl.

Freier Blick auf die alte Brücke
Sowohl der Abstand zur alten Brücke als auch die Gitter in den Seitenbereichen favorisiert die Stadt vor allem aus ästhetischen Gründen. Wenn die seitlichen Träger entfernt sind, werde der Blick auf die alte Brücke in ihrer Gestalt von 1781 frei. Durch den Abstand von sechs Metern und die schlanke Gestalt der geplanten Brücke wollte die Stadt sicher stellen, dass diese Ansicht möglichst nicht gestört wird. Durch die bogenförmig Metallgittern in den Seitenbereichen sollte sich die Brücke außerdem optisch zur Mitte hin verjüngen.

Bildquelle

  • Bruecke_Clevertor: Haak

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