Planungen zur S-Bahn-Station Waldhausen werden wieder aufgenommen
Im Jahr 2020 könnten die Bauarbeiten für den S-Bahn-Haltepunkt an der Hildesheimer Straße beginnen.Foto: Schmücking-Goldmann

Planungen zur S-Bahn-Station Waldhausen werden wieder aufgenommen

Von Franka Haak
Waldhausen. An der Stadtbahnhaltestelle „Döhrener Turm“ soll ein Umstieg in die S-Bahn möglich werden: Die Regionsversammlung hat einstimmig beschlossen, die Planung der S-Bahn-Station Hannover-Waldhausen wieder aufzunehmen. Die Deutsche Bahn soll vorhandene Vorentwürfe überarbeiten und im Anschluss eine konkrete Entwurfsplanung erstellen.
Für die Erarbeitung der Entwürfe stellt die Region Hannover 1,5 Millionen Euro bereit. Bereits vor zehn Jahren hatten Region und Deutsche Bahn erste Schritte unternommen. Dann war es zu Verzögerungen gekommen.
Der Bau des S-Bahnhofs wird nach Angaben der Region frühestens im Jahr 2020 beginnen. Die Baukosten werden auf 20 Millionen Euro geschätzt.
Die neue S-Bahn-Station soll auf der Eisenbahnbrücke über der Hildesheimer Straße gebaut werden.  Fahrgäste könnten zwischen den Stadtbahnlinien 1, 2 und 8 und den S-Bahn-Linien S1, S2 und S5 umsteigen. Wer mit der S-Bahn aus der Region zu einer Messe anreist, kann dann an der neuen Station direkt in die Stadtbahn Linie 8 Richtung Messe/Nord wechseln. Zudem hat die neue S-Bahn-Haltestelle einen weiteren Vorteil: Von dort aus ginge es mit der Linie S5 direkt zum Flughafen Langenhagen.

Die S-Bahn-Station wird zwischen den Bahnhöfen Hannover-Linden/Fischerhof und Hannover Bismarckstraße liegen. Eine Treppe und ein Aufzug sollen sie mit der bestehenden Stadtbahn-Haltestelle „Döhrener Turm“ unterhalb der Brücke verbinden. Zusätzlich zum Bau von Treppe und Aufzug muss die Bahnbrücke verbreitert werden, um Platz für einen Mittelbahnsteig zu schaffen.
Die Region Hannover will Fördergelder bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen beantragen: Die Tochtergesellschaft des Landes Niedersachsen könnte bis zu 75 Prozent der Kosten übernehmen. Für den Bau der Station sieht die Region Hannover in der mittelfristigen Finanzplanung eine Eigenbeteiligung von 6,25 Millionen Euro vor.
In der Regionsversammlung gibt es parteiübergreifend große Zustimmung zu der geplanten S-Bahn-Station. „Der S-Bahnhof in Waldhausen kann den Hauptbahnhof als Umsteigepunkt entlasten“, sagt Karlheinz Mönkeberg, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Regionsfraktion. Stefan Winter, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Regionsfraktion, bestätigt das. „Für viele Pendler aus der Region wird sich die Fahrzeit verkürzen. Sie müssen nicht mehr bis zum Hauptbahnhof fahren, sondern können in Waldhausen umsteigen“, freut er sich. „Wir stärken damit den öffentlichen Nahverkehr“, lobt auch Bernward Schlossarek, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion in der Regionsversammlung. Gerhard Kier, Mitglied der FDP-Regionsfraktion, sieht einen weiteren Vorteil. „Durch die neue Station wird die Erreichbarkeit des Maschsees für die Regionsbürger verbessert. Das kann beim Maschseefest den Autoverkehr entlasten“, sagt er. Auch im Stadtbezirk wird der Regionsbeschluss positiv aufgenommen. „Wir haben hier viele große Arbeitgeber wie den TÜV oder das Finanzgericht. Menschen aus dem Umland, die hier arbeiten, würden von einem S-Bahnhof sehr profitieren“, sagt Christine Ranke-Heck, Bezirksbürgermeisterin von Döhren-Wülfel. Sie hofft, dass sich durch den Umbau auch der Lärmschutz für die Anwohner verbessert. „Das muss bei der Planung unbedingt berücksichtigt werden“, betont sie.
Der Plan ist nicht neu: Bereits vor zehn Jahren hatte die Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn DB Projektbau erste Vorentwürfe für die S-Bahn-Station erstellt. Auch die Region hat die Verknüpfung zwischen Stadtbahn und S-Bahn vorbereitet: Vor einigen Jahren verlegte sie die Stadtbahn-Haltestelle „Döhrener Turm“ nach Süden in unmittelbare Nähe zu der Eisenbahnbrücke. Als die Europäische Union (EU) das Programm „Transeuropäische Netze“ einführte, stellte die Deutsche Bahn das Projekt jedoch zurück. Mit den „Transeuropäischen Netzen“ will die EU die Verkehrssysteme der Mitgliedstaaten vereinheitlichen. „Durch dieses Programm haben sich die Anforderungen an den Bau des S-Bahnhofs verändert“, erklärt Regionssprecher Klaus Abelmann. Der Regionsbeschluss ermöglicht, die Planungen wieder aufzunehmen.

Bildquelle

  • 01_S-Bahn2: Wilfried Schmücking-Goldmann

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