Seit 30 Jahren soziale Arbeit

Seit 30 Jahren soziale Arbeit

Werkstatt-Treff Mecklenheide entwickelt sich von Holzwerkstatt zur festen Institution

MECKLENHEIDE (bo). Was vor 30 Jahre als Hilfe für Jugendliche begann, hat sich inzwischen zu einer auf verschiedenen Gebieten tätigen und festen Insitution in Hannover entwickelt: der Werkstatt-Treff Mecklenheide (WTM). Das Team hat jetzt den runden Geburtstag auf dem Vereinsgelände an der Helmkestraße 20 unter anderem mit Bürgermeister Thomas Hermann, Regionspräsidenten Hauke Jagau und Bezirksbürgermeisterin Edeltraut-Inge Geschke gefeiert.

Die geladenen Gäste konnten sich in den Räumen einen Eindruck über die Arbeit der Einrichtungsmitarbeiter verschaffen. Die Theatergruppe Spielwerk drückte in einer Vorstellung künstlerisch die Gefühle eines Langzeitarbeitslosen aus, der nun eine befristete Beschäftigung ausübt.

Schon vor der Vereinsgründung im Jahr 1984 fand im Stadtteil Mecklenheide städtische Sozialarbeit statt. Es wurde deutlich, dass es an einem Beschäftigungsangebot für Jugendliche mangelte. Eine Spende der Sparkasse über 10.000 DM ermöglichte es den Sozialarbeitern um den Gründer Aribert Dreer, eine Holzwerkstatt ins Leben zu rufen. „Eine sinnvolle Beschäftigung der Jugendlichen unter Anleitung war wichtig“, sagt Astrid Schubert, die jetzige WTM-Geschäftsführerin. Sechs Jugendliche waren zunächst über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme dabei. Die zunächst einfachen Arbeiten wurden im Laufe der Jahre immer weiter verfeinert. Die stadtweit aufgestellten offenen Bücherschränke werden vom WTM gefertigt.

Im Laufe der Jahre entwickelten sich teilweise durch von außen herangetragene Ideen neue Tätigkeitsfelder. So kamen die Bereiche Transport, Gartenarbeit, Fahrradwerkstatt, Kantine, Hauswirtschaft und Verkauf in den Stöbertreffs in Stöcken und Hainholz nach und nach hinzu. Rund 180 Personen sind beim WTM durch verschiedene Maßnahmen – Ein-Euro-Jobs, Bürgerarbeit oder Förderung von Arbeitsverhältnissen – insgesamt beschäftigt. „Arbeitslose, egal welchen Alters, wollen wir durch eine Beschäftigung wieder in den Arbeitsprozess eingliedern“, sagt der WTM-Vorstandsvorsitzende Michael Krantz. „Wir müssen die Menschen dabei so akzeptieren, wie sie sind“, ergänzt Schubert. Viele der geförderten Maßnahmenteilnehmer brächten viel Idealismus mit.

Nun den 30. Geburtstag feiern zu können, erfüllt Schubert mit Stolz: „Das ist ein tolles Gefühl.“ Allerdings sieht sie auch eine Schattenseite: „Es ist schlimm, dass es uns überhaupt geben muss.“

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