Sie helfen den Flüchtlingen
Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Monica Plate (Mitte) mit den beiden Regionalleitern des Flüchtlingsheims Kathrin Krampitz und Alexander Wiens. Foto: Ternis

Sie helfen den Flüchtlingen

Nachbarschaftskreis unterstützt die Menschen im Heim an der Büttnerstraße

List (st). Sie wollen einerseits eine positive Einstellung bei den Bürgern schaffen, um Vorbehalte gegen das Haus abzubauen. Sie wollen andererseits den von Krieg und Verfolgung traumatisierten Menschen helfen, sich in Deutschland zurechtzufinden. Diese beiden Ziele haben sich die Mitglieder des Nachbarschaftskreises für das Flüchtlingsheim Büttnerstraße auf die Fahne geschrieben.
Bereits 2013, als bekannt wurde, dass das ehemalige Hotel Aden als Unterkunft für Flüchtlinge dienen soll, hatte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Monica Platte über den Bezirksrat eine Initiative gestartet, um einen Unterstützerkreis ins Leben zu rufen. Zur ersten Bürgerversammlung kamen 60 Interessierte. Menschen, die helfen wollten, Menschen, die Vorbehalte hatten. „Aber die haben wir zum Glück schnell entkräften können“, erinnert sich Plate.
Mittlerweile engagieren sich viele Bürger für die Flüchtlinge, helfen materiell und ideell. 50 von ihnen sind laut Plate im E-Mail-Verteiler. Unter ihnen auch Vertreter der Kirche. So haben die Verantwortlichen der Heilig-Geist-Gemeinde beispielsweise schon verschiedene Kochabende veranstaltet.
Auch die Bezirksbürgermeisterin Irmgard Walkling-Stehmann hat sich eingesetzt und Spenden gesammelt. Eine Langenhagenerin engagiert sich als Sprachbegleiterin, andere unterstützten die Flüchtlinge bei Behördengängen oder Bewerbungen, organisieren Fußballspiele oder Schwimmbadbesuche. „Uns geht es darum, dass sich die Menschen hier angenommen fühlen“, sagt Kathrin Krampitz, Regionalleitung European Homecare.
Allerdings geht es den Mitgliedern um Hilfe zur Selbsthilfe. Sie wollen die insgesamt 100 Menschen aus Eritrea, Georgien, Pakistan, afrikanischen Ländern, Syrien und dem Irak, vorwiegend junge Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren, nicht an der Hand nehmen, sondern sie da unterstützen, wo Unterstützung notwendig ist. „Sie sollen auch ihre Freiheiten haben“, so Plate. So gebe es Bewohner, die Freunde gefunden hätten und gut integriert seien.
Viele nehmen die Hilfe aber gerne in Anspruch. Und die muss nicht nur die praktischen Dinge umfassen. Einige sprechen auch über das Erlebte – in ihrem Heimatland oder auf der Flucht. „Manche wollen das aber überhaupt nicht thematisieren, was auch absolut in Ordnung ist“, sagt Krampitz. „Es gibt sicherlich auch Bedenken, irgendetwas vom Gesagten würde gegen sie verwendet werden.“  Schließlich sind die Flüchtlinge in einem ihnen völlig fremden Land, in einer völlig fremden Kultur, unter Menschen, die ihnen völlig fremd sind. Das zu ändern, das haben sich die Mitglieder des Nachbarschaftskreises zur Aufgabe gemacht – mit viel Geduld, Verständnis und Rücksicht.

So können Sie helfen

Der Nachbarschaftskreis ist für weitere Unterstützung dankbar. Wer mit „Manpower“ helfen möchte, sollte ein gewisses Maß an Flexibilität mitbringen, um beispielsweise die Behördengänge mit den Bewohnern erledigen zu können. Auch Menschen, die über französische Sprachkenntnisse verfügen, werden gebraucht. „Wer Interesse hat, sollte nicht enttäuscht sein, wenn es längere Zeit dauert, bis die Hilfe in Anspruch genommen wird“, so die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Monica Plate. Die Helferflut müsse von der Leitung des Heims gesteuert werden. Auch materielle Dinge sind gerne gesehen. Geschirr, gut erhaltene, platzsparende Fernseher oder Fahrräder werden gebraucht. „Wir brauchen aber insgesamt weniger Sachspenden, sondern mehr den Menschen“, sagt Plate.
Wer helfen möchte, kann sich per E-Mail an buettner@eu-homecare.com wenden. st

2 Kommentare zu diesem Beitrag
    • Clemens Niehaus Autor bei 11:42

      Hallo,

      bitte wenden Sie sich per E-Mail unter buettner@eu-homecare.com an das Heim in der Büttnerstraßé bzw. über das Kontaktformular auf der Homepage www.eu-homecare.com

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