Sport soll Spaß bereiten
Erfolgreiche Turner: Die Trainerin für die Mädchen, Kathrin Borchert, erreichte bei den Landesmeisterschaften Rang fünf. Axel Gerken-Ronski wurde Vize Landesmeister 2015 und qualifizierte sich für die Deutschen Meisterschaften am 4. und 5. Juli in Pirna.

Sport soll Spaß bereiten

Genau das will Axel Gerken-Ronski beim Turnverein Kleefeld in erster Linie vermitteln

Von Dieter Kösel
Kleefeld. So manch Älterem läuft es heute noch kalt über den Rücken, wenn er an das Geräteturnen im Schulsport zurückdenkt. Das wurde im Geiste von Turnvater Jahn betrieben, Freude stand nicht auf dem Stundenplan. Dass sich die Zeiten geändert haben und es auch anders geht, beweisen die Sportlerinnen und Sportler vom Turnverein (TV) Kleefeld von 1888. „Sport sollte Spaß bereiten“, stellt Axel Gerken-Ronski fest, „das ist sein Grundgeheimnis!“
Und des Erfolges: Der Spaß scheint bei den Kleefeldern jedenfalls zu stimmen und beflügeln. Erst kürzlich hat sich die 1. Mannschaft der Herren, in der Liga startet sie in der zweithöchsten Landesklasse, bei den Bezirksentscheiden für die Landesmeisterschaft qualifiziert. Die findet am 5. und 6. Juni in Einbeck statt. Man darf gespannt sein, denn 1999 stellte der TV mit Tobias Utermöhlen den Vizelandesmeister.
Nach dieser Entwicklung hatte es nicht ausgesehen, als Axel Gerken-Ronski 1995 beim Traditionsverein als Übungsleiter antrat. Den heute 46-Jährigen hatte 1993 das Studium nach Hannover geführt. Er hatte mit fünf Jahren mit dem Turnen zu Hause in Daverden angefangen. Zum Leidwesen seines Vaters, der Handball spielte und seinen Sohn lieber auch bei diesem Sport gewusst hätte. „Ich konnte besser klettern als einen Ball werfen“, erinnert sich der Fachmann für Informationstechnologie schmunzelnd.
Der sich daraus entwickelnden Leidenschaft ist er treu geblieben und die ist wohl auch der Antrieb gewesen, die Turnsparte beim TV neu aufzubauen. Beim ersten Training waren sechs Jungen anwesend. Als das Reck aufgebaut wurde, warfen sich die fragende Blicke zu. „Da wusste ich, dass ich von vorne anfangen muss“, blickt Axel Gerken-Ronski zurück. Heute trainieren 40 Jungen, Jugendliche und Männer. Bei den Frauen sind es 20 Mädchen und zehn Damen, seitdem Kathrin Borchert vor zwei Jahren über den Universitätssport zum TV fand.
Mit fünf oder sechs Jahren sollten Kinder beginnen. „Das fördert ihre koordinative, kräftemäßige und kognitive Entwicklung“, weiß Axel Gerken-Ronski. Da der Körper ganzheitlich ausgebildet wird, ist dieser Sport entgegen so manchem Vorurteil auch nicht gefährlich. Im Gegenteil, er trägt dazu bei, später etwa vor Rückenleiden zu schützen. Zudem werden jeweils fünf bis sechs Kinder von einem Übungsleiter betreut. Und Leistungsdruck gibt es nicht – jeder nach seinen Möglichkeiten.
Geräteturnen wird heutzutage nur noch selten in den Schulen unterrichtet. Das hat diesen Sport in der öffentlichen Wahrnehmung in eine Außenseiterrolle gedrängt. Als der TV 2010 erstmals einen Verbandsliga-Wettkampf in der Maximilian-Kolbe-Schule ausrichtete und die Geräte am Vortag aufbaute, wurde den Schülern auf Anregung der Rektorin ein Geräteschnuppertag angeboten. Etwa 160 nahmen daran teil. „Ich war hellauf begeistert, wie positiv die unterschiedlichen Altersstufen darauf reagierten“, sagt Axel Gerken-Ronski.
Doch wohin mit der Begeisterung? Dank der Unterstützung des Bezirksrates Buchholz/Kleefeld kann an modernen Wettkampfgeräten trainiert werden. Damit das Turnen jedoch noch breiter angeboten werden könnte, fehlt eine Geräteturnhalle. Die wäre ohne Anstrengung zu belegen, aber es scheiterte bisher am Geld.
„Uns fehlt die Lobby“, bedauert Axel Gerken-Ronski. Doch beim TV hat er bereits bewiesen, dass er über einen langen Atem verfügt!

Weitere Infos:
❱❱ E-Mail: info@tv-kleefeld.de
❱❱ www.tv-kleefeld.de

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