Streit über Zukunft des Misburger Bads
Foto: Philipp von Ditfurth

Streit über Zukunft des Misburger Bads

Parteienzoff um das Misburger Hallenbad: Die Stadtverwaltung hat angekündigt, erste Detailpläne für den Neubau des Misburger Bades am 10. Mai im Bezirksrat vorzustellen. Aber bereits in der Aprilsitzung streiten sich die Mitglieder des Gremiums heftig.

Die Konfliktpunkte: Neben den Badbetrieb möchten allen Parteien weitere Angebote in dem zu planenden Neubau unterbringen. Einig sind sich die Kommunalpolitiker, dort wieder eine private Praxis für Physiotherapie anzusiedeln. Die gab es bereits im alten Bad. Ebenfalls im alten Bad vorhanden und auch wieder auf der Wunschliste der  CDU ist ein Fitnessstudio. Dieser Idee hat sich die SPD nun verweigert und nicht für einen entsprechenden Antrag der Christdemokraten gestimmt. Die SPD-Politiker befürchten, dass ein Fitnessstudio die Kosten für den Neubau um mehrere Millionen Euro in die Höhe treiben würde, und die Diskussion darum den Bau des Bades verzögern könnte.

Weiterer Streitpunkt ist die Frage, wer mit am Tisch sitzen soll, wenn das neue Bad geplant wird. „Die Nutzer“, sagt die CDU und wollte per Antrag den Oberbürgermeister auffordern, dass er „die zuständigen Stellen … anweist, alle Beteiligte und Akteure (Vereine, Schulen, etc), die bisher das Misburger Bad genutzt haben, intensiv in die Vorplanungen einzubeziehen.“ „Ein Placeboantrag, wir wollen den unmittelbaren Neubau“, erklärte SPD-Bezirksratsherr Klaus Tegeder und weiter: „Wir wollen den unmittelbaren Neubau“. Ablehnen wollten die SPD dann den Antrag aber auch wieder nicht und nahm ihn – weil weitere Beratungen notwendig seien – von der Tagesordnung. „Das ist ein feiges Zurückziehen“, wetterte daraufhin Patrik Hoare, CDU Fraktionschef im Bezirksrat.

Die etwas komisch anmutende Folge des Beschlusses: In der Bezirksratssitzung in der kommenden Woche müssen die Kommunalpolitiker darüber abstimmen, ob die Badnutzer an den Planungen – die die Verwaltung in der Sitzung vorstellen wird – beteiligt werden sollen. Das dürfte dann eine interessante Abstimmung werden.

So plant die Verwaltung

Die Eckpunkte, wie das neue Misburger Bad aussehen könnte, hat die Verwaltung bereits vorgestellt: Ein 25-Meter-Becken, ein Planschbecken und dazu eine Sauna, präsentierte Christian Schaefer, stellvertretender Leiter im städtischen Fachbereich Sport und Bäder, die ersten Überlegungen der Stadt vor einigen Wochen im Bezirksrat. Rund 16,5 Millionen Euro zuzüglich Mehrwertsteuer – so Schaefer – seien hier als Kosten veranschlagt. Zumindest in diesem Entwurf war weder Platz für eine Physiotherapiepraxis noch für ein Fitnessstudio vorgesehen.

Von Thomas Oberdorfer

Einwurf

Noch liegt kein einziges Blatt der Entwurfspläne für das neue Bad auf dem Tisch, da streiten sich die Kommunalpolitiker im Bezirksrat schon wie die Kesselflicker. Eigentlich wollen sie alle das gleiche: ein neues, schickes Bad für Misburg und das bitteschön möglichst schnell. Wer das will, der sollte sich parteipolitische Spielchen verkneifen. Was Misburg jetzt braucht, ist ein Stadtteil der geschlossen für sein neues Bad kämpft. Und dies schließt nicht nur die künftigen Nutzer, sondern auch die Kommunalpolitiker mit ein. Wenn Misburg etwas erreichen will, dann sollten alle beteiligten vor Ort an einem Strang ziehen.
Thomas Oberdorfer, Redakteur

 

 

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