Studenten zeigen ihr Linden
Gaststätte mit Kult-Charakter: Das Elisen-Eck ist eine seit über 50 Jahren bestehende Kneipe in Linden-Nord. Hier treffen sich Stammgäste und lassen gemeinsam bei einem frisch gezapften Bier den Abend ausklingen.

Studenten zeigen ihr Linden

„Linden Leben“ – Fotoausstellung zeigt unterschiedliche Blicke auf den Stadtteil

LINDEN. „Linden Leben – Eine Fotoausstellung“ – das gemeinsame Projekt der Studiengänge Journalistik sowie Fotojournalismus und Dokumentarfotografie zeigt in der Kunsthalle auf dem Faustgelände einen der beliebtesten und lebhaftesten Stadtteile Hannovers – Linden, der in diesem Jahr 900 Jahre alt geworden ist. Angehende Wort- und Fotojournalisten porträtieren gemeinsam den Stadtteil und seine Bewohner.
In Reportagen und Interviews widmen sich die Studierenden dem Leben und dem Lebensgefühl in Linden. 250 Fotos erzählen 18 bekannte und weniger bekannte, traurige und witzige Geschichten aus diesem multikulturellen und facettenreichen Mikrokosmos und zeigen, was Linden so besonders macht.
Michael Braunschädel schaut sich die Stadtteilgeschichte an. In seiner Arbeit „Braunes Linden“ hinterfragt er kritisch die vorherrschende Meinung, dass Linden zur Zeit des Nationalsozialismus die Wiege des Widerstands gewesen sei, und stellt die Frage, wo das rote Linden war, als tausende Menschen deportiert, terrorisiert, enteignet und ermordet wurden. Er zeigt unter anderem Orte in Linden, wo der Niedersächsische Verband der SA untergebracht war, wo Zwangsarbeiter beschäftigt wurden und wo ein Frauen-KZ entstand.
Julie Gasnik widmet sich der traditionsreichen Gegenwart und lädt mit ihren Bildern in eine seit über 50 Jahren bestehende Kneipe in Linden-Nord ein. Hier, im Elisen-Eck, treffen sich Stammgäste und lassen gemeinsam bei einem frisch gezapften Bier den Abend ausklingen. Angelina Vernetti inszeniert in außergewöhnlichen und teils humorvollen Porträts neun Lindener Künstler. Ein Feuerkünstler, ein Pantomime oder eine Straßenkünstlerin – sie alle stehen für Kreativität und die kulturelle Vielfalt des Stadtteils.
„Dieser hannoversche Stadtteil ist für viele der Inbegriff der Offenheit, Kreativität und des rücksichtsvollen Miteinanders. Vor diesem Hintergrund war es nicht überraschend, dass so viele Studierende zu ihrem Stadtteil fotografisch Position beziehen wollten. Sie porträtierten junge Unternehmer und Flaschensammler, Kleingartenbesitzer und einen Shanty-Chor und bewiesen wieder einmal, dass sich gute Geschichten auch dort finden lassen, wo man sich täglich bewegt – und damit auch, warum Linden für sie in einer Reihe steht mit New York, London und Berlin“, sagt Professor Lars Bauernschmitt, Fotografieprofessor an der HsH und Projektleiter.
Die Ausstellung in der Kunsthalle auf dem Faustgelände ist noch bis zum 8. November zu sehen. Der Eintritt kostet 3, ermäßigt 2 Euro. Die Ausstellung ist donnerstags und freitags von 16 bis 20 Uhr und sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.