Titelhamster träumen von Gold
Strahlende Gesichter beim Damenteam der KG List: Lena De Buhr (von links), Svenja Schaeper, Lena Völlger, Solveig Stöbener, Heidi Sekst, Britta Sekst. Fotos: RH

Titelhamster träumen von Gold

Kanupolo KG List: Die beiden Asse Lena De Buhr und Svenja Schaeper wollen Europameister werden

Von Rainer Hennies
List. Kanupolo gilt als Sportart mit einer Mischung aus Handball, Basketball und Rugby im Kajak auf dem Wasser. Bei der KG List geht das freizeitorientiert genauso wie leistungssportlich. Während die Herren in der 2. Bundesliga spielen, sind die Damen erstklassig. Platz fünf in der Bundesliga wurde gerade mit Platz fünf bei den 45. Deutschen Meisterschaften in Berlin bestätigt.
Die beiden Asse Lena De Buhr (22) und Svenja Schaeper (20) haben als Nationalspielerinnen bisher eine sensationelle Karriere hingelegt. Letztes Jahr wurden sie in Frankreich Weltmeisterinnen mit der U21. Im Jahr zuvor gab es EM-Gold in Polen, für De Buhr auch 2012 bereits WM-Gold in Spanien. Britta Sekst holte in ihrer Zeit zudem 2011 in Madrid WM-Gold.
Für De Buhr und Schaeper soll das Titel-Hamstern weitergehen. Seit Donnerstag läuft in Essen die Europameisterschaft, die Finalspiele finden am morgigen Sonntag statt. Dieses Mal kämpfen beide im Frauenteam, das ihr Silber von 2013 jetzt vergolden möchte. „Natürlich träumen wir vom Titel, aber den zu gewinnen wird sehr, sehr schwierig“, sagt Svenja Schaeper. „Wir gehören zum Favoritenkreis, genauso wie Frankreich und England.“
Das in Deutschland über 10.000 Menschen organisiert Kanupolo spielen, ist weitgehend unbekannt.  Für Svenja Schaeper, deren Bruder Finn ebenfalls Nationalspieler ist, war der Weg in diesen Sport völlig normal. „Meine Eltern sind begeisterte Kanuten, sodass wir quasi mit diesen Sport  groß geworden sind. Mit 14 Jahren wechselte sie aus der RSV-Jugend ins Lister Damenteam. „Wir sind damals sofort von der zweiten in die erste Liga aufgestiegen.“ Immer mit dabei: Lena De Buhr. „Wir spielen schon von Beginn an im gleichen Team.“ Svenja spielt taktisch gesehen vor der Abwehr, Lena ist ein sogenannter „Pfosten“ mit der Aufgabe, den Gegner nicht in Tornähe zu lassen. Im Angriff kennen beide nur eines: Tore, Tore, Tore.
Große Ehre neulich: Für langjährige gute Jugendarbeit gab es vom „Förderkreis Kanupolo“ den „Klaus-Liebmann Gedächtnispreis“ des Deutschen Kanuverbandes. Ein Pokal mit 200 Euro Preisgeld. Heidi Sekst, Bundesligaspielerin, 2. Vorsitzende des Vereins und Nachwuchstrainerin für die niedersächsischen Auswahlen: „Ich bin stolz darauf diese Auszeichnung, denn ein starker Nachwuchs tut jedem Verein gut.“   So haben in dieser Saison zwei eigenen Talente, Lilly Gudd und Hannah Buch, den Sprung aus der Jugend ins Bundesligateam geschafft. „Mittelfristig wollen wir ein zweites Damenteam als Unterbau aufbauen, damit mehr Leistungsdruck entsteht“, nennt Sekst als weiteres Ziel.“

Weitere Infos zum Kanupolo

Das Frauenteam der KG List spielt in der Bundesliga. Für die Frauen finden pro Saison zwei zweitägige Turniere mit allen acht Mannschaften statt, ehe es an vier Tagen um die Endplatzierung bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin geht. Die Ligaturniere finden parallel mit denen der Männer statt. Da passt es sich gut, das mit dem RSV Hannover auch ein männliches Ligateam existiert, das an der Leine am Maschsee beheimatet hin. Am Nordufer teilen sich RSV und KGL dann einmal pro Jahr die Gastgeberrolle. Trainiert wird auf dem Mittellandkanal, wo die KG List am Lister Damm 67 beheimatet ist. Das dortige mobile Spielfeld wird in seinen Begrenzungen mit Bojen befestigt und bei Bedarf rechtzeitig mit Seilen Richtung Ufer gezogen, um bei Schiffsverkehr Komplikationen aus dem Wege zu gehen. Im Regelfall ist der Kanal jedoch breit genug.

RH

Goldverwöhnte Nationalspielerinnen: Lena De Buhr (links) und Svenjka Schaeper eingerahmt von den Spielern Fiete Junge (von links), Finn Schaeper und Jan Oliver Siebecke vom RSV Hannover.

Goldverwöhnte Nationalspielerinnen: Lena De Buhr (links) und Svenjka Schaeper eingerahmt von den Spielern Fiete Junge (von links), Finn Schaeper und Jan Oliver Siebecke vom RSV Hannover.

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