Üstra stellt Hybridbusse in Dienst
Sieben auf einen Streich vor dem Opernhaus: Solaris liefert die neuen Hybridbusse an die Üstra aus.

Üstra stellt Hybridbusse in Dienst

HANNOVER. Sie sind leise, sie brauchen weniger Diesel und sie schonen die Umwelt – die Üstra setzt verstärkt auf Busse, in denen auch Elektromotoren zum Einsatz kommen. In der vergangenen Woche gab es dann gleich sieben auf einen Streich: Das Unternehmen stellte sieben neue Fahrzeuge mit Hybridantrieb in Dienst.

Damit ist die umweltfreundliche Flotte des hannoverschen Verkehrsbetriebes auf 36 Busse mit einem kombinierten Diesel- und Elektroantrieb angewachsen. Sie alle wurden vom polnischen Hersteller Solaris gebaut. Und es kommen noch mehr: Bis zum Jahresende sollen 62 Hybridfahrzeuge auf Hannovers Straßen unterwegs sein. Die Üstra erwartet in den nächsten Monaten eine Lieferung des Herstellers MAN von 26 weiteren Standardbussen.

„Elektromobilität bedeutet Emissionsfreiheit und ein Stück Zukunft für viel belastete Städte“, lobt Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies die Neuanschaffung der Üstra. Bis reine Elektrobusse durch die Leinemetropole surren, dauert es aber noch ein wenig. Die ersten drei E-Busse sollen 2016 angeschafft werden.

Läuft derzeit der Elektro- oder der Dieselmotor? Üstra-Vorstand Wilhelm Lindenberg, Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies und Regionspräsident Hauke Jagau informieren sich an einem der Monitore in den neuen Bussen. Foto: üstra

Läuft derzeit der Elektro- oder der Dieselmotor? Üstra-Vorstand Wilhelm Lindenberg, Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies und Regionspräsident Hauke Jagau informieren sich an einem der Monitore in den neuen Bussen. Foto: üstra

Die Hybridtechnik der Üstra-Busse folgt einem einfachen Prinzip: Beim Anfahren beschleunigt der Elektromotor die Fahrzeuge. Hat der Bus sein Fahrgeschwindigkeit erreicht, übernimmt die Dieselmaschine. So lässt sich der Kraftstoffverbrauch um rund ein Drittel senken.

Weiterer Vorteil: Die Elektromotoren beschleunigen die Busse ungleich leiser als Dieselaggregate das können. Das freut Fahrgäste und Anwohner an den Haltestellen. Aufgeladen werden die Batterien übrigens während der Fahrt: Bremst der Bus, wird Energie zurückgewonnen und gespeichert.

Ebenfalls positiv wirkt sich der Einsatz der kombinierten Elektro- und Dieseltechnologie auf die Umwelt aus. „Hybridbusse verursachen rund ein Drittel weniger CO2-Emmissionen als vergleichbare Dieselfahrzeuge“, betont Regionspräsident Hauke Jagau bei der Vorstellung der neuen Busse auf dem Opernplatz.

Ganz billig ist die neue Technik allerdings nicht: 528 000 Euro kostet jeder der jetzt angeschafften sieben Hybridbusse – damit sind sie im Vergleich zu Fahrzeugen mit reiner Dieseltechnologie pro Stück rund 200 000 Euro teurer. Finanziert wurde die gut 3,6 Millionen Euro teure Investition von der Region Hannover. Sie ist für den Nahverkehr zuständig. Einen Zuschuss von 370 000 gab es aus der Landeskasse, von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen.

Zurück zu den drei reinen Elektrobussen, die zu Jahresbeginn 2016 erstmals durch Hannover rollen sollen: Entwickelt und gebaut werden die Fahrzeuge von Solaris, dem jahrelangen Partner der Üstra. „Wir kaufen drei E-Busse für einen ersten Probebetrieb“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek.Sie sollen auf der 100/200er Ringlinie eingesetzt werden.

Der Clou: Geladen werden die Batterien der Fahrzeuge am August-Hollweg-Platz direkt aus der Oberleitung der Straßenbahn. Da Hannover mit dem Testbetrieb von E-Bussen Neuland betritt und Vorreiter in Deutschland ist, hat das Bundesumweltministerium bereits seine Bereitschaft signalisiert, das Pilotvorhaben zu fördern.

Bildquelle

  • neue_Busse: üstra

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