Villa Stephanus – schönstes Gebäude der Gartenallee
Eine Postkarte aus dem Jahre 1927 (Sammlung Jürgen Wessel) zeigt die Villa Stephanus an der Gartenallee. Zu dieser Zeit war die Villa noch das Wohnhaus der Industriellenfamilie Stephanus. Später war es als legendäres „9. Revier“ Dienstsitz der Polizei.

Villa Stephanus – schönstes Gebäude der Gartenallee

900 Jahre Linden

„Linden ist bunt, Linden ist vielfältig, liegt im Herzen Hannovers und hat – wenn man das von einem Stadtteil sagen kann – das Herz am richtigen Fleck. Linden zeichnet sich durch ein reges kulturelles Leben aus, eine ganz besondere Kneipen-und Musikszene, viele sehr rührige Vereine, das Fährmannsfest, das Heizkraftwerk, die Industriegeschichte und die drei B´s: Lindener Berg, Lindener Bier und Lindener Butjer,“ – so gratuliert Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok Linden zum 900. Geburtstag. Und das Team vom Hannoverschen Wochenblatt gratuliert mit einer besonderen Serie: In loser Folge stellen wir die Entwicklung Lindens da. Wir stellen aktuelle Fotos historischen Postkarten aus der Sammlung des Lindeners Jürgen Wessel gegenüber. Lassen Sie sich überraschen und gehen Sie mit uns auf Zeitreise ins alte Linden! hh

Der Unternehmer Richard Stephanus ließ um das Jahr 1900 die prachtvolle Villa an der Gartenallee 14 als sein Familienwohnhaus errichten. Stephanus war Besitzer einer Ziegelei in Linden. Das Gebäude musste die Industriellenfamilie während der Weltwirtschaftskrise verkaufen, weil sie durch den Börsencrash am sogenannten „Schwarzen Freitag“ – dem 25. Oktober 1929 – fast ihr gesamtes Vermögen verlor. Käufer der Villa und des Grundstücks war die Stadt Hannover. Während der Herrschaftszeit der Nationalsozialisten diente es als Stützpunkt der SA im „Roten Linden“. Bombentreffer beschädigten das Gebäude während eines Luftangriffes im Jahr 1942 schwer. Nach Kriegsende wurde das Gebäude wiederaufgebaut. Danach nutzte es die britische Militärverwaltung. Im Jahr 1950 zog die Polizei und das Ordnungsamt ein. 1981 zogen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes aus und die Polizei residierte fortan allein in dem  etwa 850 Quadratmeter großen Gebäude. Das legendäre „9. Revier“ war geboren und hatte nun 16 Jahre lang seinen Sitz an der Gartenallee. 1997 wurde diese Dienststelle in „PI West“ umbenannt. Seit dem 12. Oktober 2011 ist das ,,9. Revier“ Geschichte: Die PI West zog in neue Räumlichkeiten nach Limmer. Inzwischen ist das Gebäude verkauft worden, elf Eigentumswohnungen entstehen dort jetzt. hh

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