Ich habe einen Traum von Gemeinschaft
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Ich habe einen Traum von Gemeinschaft

Wenn ich tagsüber träume, dann geht alles etwas ruhiger zu. Manche würden vielleicht sagen „wieder etwas ruhiger“, aber ich bin mir nicht sicher, ob es ein Zurück in eine Vergangenheit ist.

Felix Kostrzewa organisiert im Herbst 2017 wieder die Utopianale, ein konstruktives Filmfestival in Hannover-Linden. In diesem Jahr mit der Leitfrage „Wie wollen wir lernen?“.
Beim Verein Wissenschaftsladen Hannover unterstützt er Projekte für eine nachhaltige Gegenwart und Zukunft.

Entschleunigter Leben ist für mich eine Zukunft inklusive all der Errungenschaften, die wir uns erarbeitet haben: Viel Technik, die Demokratie und ein Wohlstand, der im Weltmaßstab ein enormer Reichtum ist. Reichtum, der uns nun endlich den Luxus erlaubt, mit weniger auszukommen? Weniger Arbeit. Weniger Aufgaben. Weniger Druck zur Leistung als Einzelne. Weniger Gerätschaften. Mehr Muße und mehr Begegnungen anstatt einem wechselseitigen Funktionieren?

In meinem Traum leben wir in den Städten in aktiven Nachbarschaften. Man kennt sich und hilft einander wo nötig. Mancher oder manche braucht auch mal den sprichwörtlichen A… Anstoß als Unterstützung, aber wir leben miteinander voller Respekt für die Differenz. Du magst anders als ich sein und ich sage Dir, was ich anders von Dir will, aber dass Du bist, wer Du bist, ist für mich grundsätzlich ok. Vielleicht lerne ich sogar von dem Fremden? Ich träume davon, möglichst oft ein solcher Mensch zu sein und weiß, dass das Übung braucht. Darum träume ich von einer „future²school“, einem Ort, wo soziales Miteinander des nächsten Levels gelernt werden kann. Ich mag von niemandem erwarten, was ich selbst oft so schwierig finde. Lernen, ein Leben lang, ist auch nicht immer so ein Spaß. Ich träume selbst manchmal davon endlich „fertig“ zu sein… Solche Menschen darf es auch geben.

Zurück zum Traum für meine Stadt Hannover. Ob es für dieses Mehr an Ruhe ein Weniger an Wachstum in unserem Handeln und Wirtschaften braucht? Letztlich geht es um ein Lernen des „Genug“, und da wir darauf getrimmt sind, immer „mehr“ zu wollen, braucht das wohl ein gravierendes Umlernen. Viel, was ich an Dingen habe, wird zum Albtraum und kostet mich Zeit. Es scheint mir um eine Postwachstumsgesellschaft, anstatt einer Postfaktischen Zeit, zu gehen, die ich mir wünsche. Braucht es ein Grundeinkommen? Wissen hilft! Fakten nützen und nutzen… Sprechen. Schweigen. Miteinander, voneinander und aneinander Lernen. Das nenne ich Gemeinschaft.


Mehr Träume aus Hannover lesen Sie in der Serie „Ich habe einen Traum von…“ auf unseren Themenseiten.

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