Brodowys Woche: Bleierlei
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Für „hallo Wochenende“ schreibt er seine Kolumne „Brodowys Woche“.

Brodowys Woche: Bleierlei

An diesem Wochenende startet die Fußballbundesliga in ihre Rückrunde. In der Winterpause haben wir einiges über die Ernährungsgewohnheiten eines Spitzenspielers erfahren. Franck Ribéry ließ sich ein Goldsteak kredenzen und erntete dafür nicht nur Beifall. Vergoldetes Fleisch mag dekadent sein, ist aber lange nicht so problematisch wie früheres Essen à la heavy metal. Manch ein Zeitgenosse in vergangenen Jahrhunderten verschied nämlich auf sehr ungnädigem Wege, weil ihm jemand die Speisen mit Blei würzte. Aus eben diesem Grunde segnete wahrscheinlich der aus Sachsen stammende Papst Clemens II. vor knapp 1000 Jahren das Zeitliche. Auch Heinrich Heine könnte ein Bleiopfer geworden sein. Rechtsmediziner haben jedenfalls in einer von ihnen untersuchten Dichterlocke eine hohe Konzentration des Schwermetalles gefunden. Auch die langanhaltende geistige Umnachtung des britischen Königs George III. ist möglicherweise einer Vergiftung geschuldet. Er scheint ein Opfer verunreinigter Medikamente geworden zu sein, fand man doch in seiner Haarprobe Quecksilber, Blei und insbesondere Arsen. Wobei ich bei Arsen unweigerlich an Spitzenhäubchen und den wunderbaren Film mit Cary Grant denken muss. Sie erinnern sich bestimmt an diese herrlich schwarzhumorige Komödie. Um aber noch mal auf den Bayernspieler zurückzukommen: Ribéry hat sich vielleicht überkandidelt, aber zumindest nicht ungesund ernährt. Und man darf eines nicht vergessen: Es war ja nur ein Goldsteak! Ein Goldfisch wäre schlimmer!

Matthias Brodowy

www.brodowy.de

Bildquelle

  • Brodowy: privat

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