Brodowys Woche: Burgtheater
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Für „hallo Wochenende“ schreibt er seine Kolumne „Brodowys Woche“.

Brodowys Woche: Burgtheater

Wien ist eine wundervolle Stadt! Und zugleich die Bühne für einen Intrigantenstadl allererster Güte. Da wollte ein machtberauschter Bursche ohne mit der Wimper zu zucken das Tafelsilber an eine vermeintliche russische Oligarchennichte verscherbeln, wobei der aufrechte Rechte das Recht recht locker links liegen ließ. So stolperte er über Ibiza und viele Dosen eines Energydrinks mit was-auch-immer drin, in jedem Fall war er derart „bsuff’n“, dass er nach dem Ausnüchtern nun einen heftigen Kater hat.

In der Folge musste auch der kindliche Kaiser Basti sein Zepter zurückgeben, so dass seine Amtszeit so lang war wie sein Name Kurz ist. Der Schmierenkomödie erster Akt ward beschlossen und nun öffnet sich der Vorhang zum zweiten, in dem sich der Täter zum Opfer aufschwingt, was übrigens nichts Neues ist. Auch Erich Mielke, der Vater aller Spitzel, tat ja seinerzeit alles nur, weil er „die Menschen liebte“, wie er vor bald drei Jahrzehnten in einer tränenumsäuselten, realsatirischen Rede vor der Volkskammer bekannte, der missverstandene Halunke. Die DDR ist untergegangen, aber das wird Österreich nicht passieren. Denn im dritten Akt werden sich alle wieder lieb haben und alles wird genau so sein wie es war. Wobei es zugleich kein Happy End geben wird. Außer der Kaiser käme zurück. Und die Sissi natürlich.

Wie jammerschade, dass Falco das alles nicht mehr erleben durfte! Und die Moral von der G‘schicht? Moral, ich glaub‘, die gibts hier nicht! Oder wie der Wiener sagen würde: „Ah geh!“

Matthias Brodowy

www.brodowy.de

Bildquelle

  • Brodowy: privat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.