Brodowys Woche: Druckhut
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Für „hallo Wochenende“ schreibt er seine Kolumne „Brodowys Woche“.

Brodowys Woche: Druckhut

Sie haben Lust auf eine originelle Kopfbedeckung? Dann drucken Sie sich diese doch einfach aus! So wie die Schweizer Garde im Vatikan. Die Gardisten können endlich ihre ollen Blechkappen wegwerfen und bekommen atmungsaktive Helme aus Acrylnitril-Styrol-Acrylat-Copolymer. Klingt schwer, ist leicht! Der alte Helm wog 2 Kilo, der neue nur 500 Gramm. Viel entscheidender ist die Tatsache, dass sich der neue Helm nicht mehr so erwärmt. In der prallen römischen Sonne heizte sich manch ein Gardistenkopf unter dem Metall derart auf, dass es zu Brandblasen kam oder aber gleich der ganze Gardist kampflos zu Boden ging und zwar unter lautem Scheppern des Helmes. Das gehört angesichts der Kunststoffkappe nun definitiv der Vergangenheit an. Eine Schattenseite hat der Sonnenschutz: Arbeitete bislang ein Schmied gute 100 Stunden an dem Deckel, erledigt diese Tätigkeit nunmehr ein 3-D-Drucker. Und wenn man den Visionären Glauben schenken darf, dann wird eben dieser Drucker unser aller Leben revolutionieren. Denn er druckt auch Häuser und Autos. Klingt skurril, ist es auch, aber entspricht dem Stand der Technik. Wir werden ihn für die kleinen Dinge des Alltags irgendwann nicht mehr missen wollen. Zahnbürste ins Klo gefallen? Kein Problem, Zack, wird eine neue ausgedruckt. Türgriff entzweigebrochen? Neuen drucken! Und bevor der 3-D-Drucker mal seinen Geist aufgibt, drucken Sie sich sicherheitshalber rechtzeitig schon einen neuen aus. Perpetuum mobile. Oder halt zwischendurch `nen schicken Hut.

Matthias Brodowy

Bildquelle

  • Brodowy: privat

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