Brodowys Woche: Feiertage
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Für „hallo Wochenende“ schreibt er seine Kolumne „Brodowys Woche“.

Brodowys Woche: Feiertage

Ich glaube, ich werde alt. Oder zumindest unflexibel. In jedem Fall bin ich absolut nicht im Trend. Halloween steht vor der Tür. Und irgendwie kann ich damit so gar nichts anfangen. Erst recht nicht, seit mir vor zwei Jahren mal ein Skelett vor mein Auto sprang, ich gerade noch so bremsen konnte und nur Zentimeter vor ihm zum Stehen kam. Das Skelett war mit mehreren Hexen und Horrorfilmgestalten unterwegs. Und es war extremst alkoholisiert, weswegen es in maßloser Selbstüberschätzung der unumstößlichen Meinung war, die Autos könnten wohl problemlos durch seine Knochen hindurchfahren. Ich wollte nicht den Gegenbeweis erbringen. An sich ist die ursprüngliche Idee dieses Festes gar nicht so verkehrt: Sich der eigenen Endlichkeit bewusst zu werden und zugleich am Vorabend vor Allerheiligen (davon leitet sich der Begriff Halloween ab – „all hallows eve“) in „Kontakt treten“ mit den Ahnen, sich derer zu erinnern, die vor und mit uns gelebt haben. Das allerdings berechtigt noch lange nicht dazu, als Skelett vor mein Auto zu springen. Immerhin handelt es sich beim 31. Oktober auch um den Reformationstag. Und neuerdings um einen Feiertag bei uns im Norden. Schade eigentlich, dass Allerheiligen nicht auch gleich zum Feiertag erklärt wurde. Was wären das für wunderbare ökumenische Brückentage. Im übrigen könnten wir uns gerade im Vergleich mit Bayern oder Sachsen durchaus einen weiteren Feiertag genehmigen. Und die Skelette, Hexen und Horrorfilmfiguren könnten dann noch länger feiern.

Matthias Brodowy

Bildquelle

  • Brodowy: privat

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