Brodowys Woche: Kometen und  Vulkane
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Für „hallo Wochenende“ schreibt er seine Kolumne „Brodowys Woche“.

Brodowys Woche: Kometen und Vulkane

Philae ist echt gefordert, aber andere sind es noch viel mehr! Als nicht bemanntes Flugobjekt ist Philae auf einem Kometen gelandet. Das ist schon eine ungeheure Leistung. Und man möchte dem kleinen Labor Applaus schicken. Noch mehr Respekt habe ich aber dieser Tage vor den Nachrichtensprechern. Wenn diese die Meldung von der Landung verlasen, blieb es ihnen nicht erspart, den Namen des Kometen zu nennen. Dieser heisst 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Klar, für sich allein genommen kriegt man das hin, aber im Fluss der Nachrichten ist es doch eine Herausforderung. Ich muss dabei unweigerlich an Evelyn Hamann denken und ihre wunderbare Ansage zu Lord und Lady Hesketh-Fortescue mit ihrem Sohn Meredith und den Cousinen Priscilla und Gwyneth Molesworth auf dem Landsitz North Cothelstone Hall. Sie werden sich an diesen wunderbaren Sketch von Loriot und die am „th“, also am Ti-äitsch, verzweifelnde Hamann sicherlich erinnern. Schlimmer aber als alle englischen Adelsfamilien und Kometen sind ja isländische Vulkane. 2010 brach einer aus und brachte den gesamten europäischen Flugverkehr zum Erliegen. Und manch ein Nachrichtensprecher verzweifelte am Eyjafjallajökull. So hieß dieser Vulkan bekanntermaßen. So gesehen ist der 67P/Tschurjumow-Gerassimenko ja total harmlos. Und ich bin trotzdem froh, dass ich den Namen eben in bester Guttenberg-Manier mit Copy and Paste in den Text einsetzen konnte. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein kometenhaft schönes Wochenende und falls Sie Lust haben, sagen sie doch 10 Mal hintereinander „Eyjafjallajökull“.

Matthias Brodowy

Bildquelle

  • Brodowy: privat

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