Brodowys Woche: Murphy
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Für „hallo Wochenende“ schreibt er seine Kolumne „Brodowys Woche“.

Brodowys Woche: Murphy

„Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen!“ Hinter diesem Satz, den jeder Pessimist sofort unterschreiben würde, steckt ein amerikanischer Ingenieur namens Edward A. Murphy. Und der Ausspruch ist bekannt geworden als ‚Murphys Gesetz‘. Das berühmteste Beispiel dafür ist die bekannte Erfahrung, dass ein Butterbrot, wenn es herunterfällt, immer mit der Butterseite auf dem Boden landet. Oder: Bei fünf offenen Supermarktkassen wählen Sie garantiert die langsamste; die mit dem Storno, dem Personalwechsel und der Dame, die ihren gesamten Einkauf offenbar mit 1-Cent-Münzen bezahlen will. Oder Sie haben es eilig, aber genau jetzt sind alle Ampeln rot und dann setzt sich auch noch ein Trecker vor Ihre Nase. Ein anderes Phänomen fällt nicht unter Murphys Gesetz, beschäftigt mich aber immens: Wie kommen beim Laufen die kleinen Steinchen in den Schuh? Ich meine, wie schafft es so ein winziges Steinchen, hochzuhüpfen, in den eng am Fuß liegenden Schuh einzudringen und sich dort eindrücklich unter die Ferse zu setzen? Nun, sagen jetzt die Logiker, das ist doch kein verblüffenes Phänomen: Beim Laufen werden die Steinchen aufgewirbelt, durch die Abrollbewegung des Fußes öffnet sich der Schuh einen Spalt weit, der Stein fällt hinein, rutscht runter und beim erneuten Abrollen unter die Ferse. Ich finde es trotzdem faszinierend, dass das Steinchen dieses winzige Zeitfenster nutzen kann. Esoteriker würden jetzt vermutlich sagen: Du, es ist alles ganz anders. Der Stein hat Dich gesucht!

Matthias Brodowy

Bildquelle

  • Brodowy: privat

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