Brodowys Woche: Schriftstück
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Für „hallo Wochenende“ schreibt er seine Kolumne „Brodowys Woche“.

Brodowys Woche: Schriftstück

Seien Sie froh, dass Sie diese Kolumne so lesen können, wie sie hier abgedruckt ist. In genau diesem Schriftsatz. Und nicht handschriftlich. Ich muss gestehen, dass ich eine Sauklaue habe. Das war nicht immer so. Also gut, meine Handschrift war auch nie verschnörkelt oder überbordend kalligraphisch, aber halt normal schön. Und dann kamen die Computer und obgleich ich ziemlich viel schreibe, nutze ich dafür so gut wie nie den Füller oder Kuli, sondern nur noch die Tastatur. Abgesehen davon geht fast meine gesamte Post per mail raus. Irgendwie bin ich also Schuld an der anstehenden Portoerhöhung. Weil ich keine Briefe und zu wenig Postkarten schreibe. In diesem Jahr werden in Deutschland ungefähr 1000 Milliarden Emails verschickt. Ich wage gar nicht, diese Zahl mit Nullen auszuschreiben, weil es mir zu viele sind und ich mich bestimmt verzählte. Aber stellen Sie sich vor, nur ein Bruchteil dieser Mails wäre zu einem schönen Brief geworden. Handschriftlich. Auf Büttenpapier. Und der Umschlag mit Wachs versiegelt. Das würde doch so eine Rechnung gleich viel netter wirken lassen. Aber im Ernst. Mich freut jeder handgeschriebene Brief, den ich bekomme, weil er so viel Wertschätzung in sich trägt. Und ich nehme mir vor, auch mal wieder Briefe zu schreiben.

Mattihas Brodowy

www.brodowy.de

Bildquelle

  • Brodowy: privat

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