Brodowys Woche: Toast  und Halleluja
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Für „hallo Wochenende“ schreibt er seine Kolumne „Brodowys Woche“.

Brodowys Woche: Toast und Halleluja

Haben Sie schon mal Jesus auf einem Toastbrot gesehen? Also auf einem getoasteten selbstverständlich. Klingt seltsam, soll aber vorkommen. Bei ebay wurde einmal ein Toast mit dem Antlitz Marias, der Mutter Jesu, für immerhin 28 000 Dollar versteigert. Bedauerlicherweise war es angebissen, wer weiß, was es sonst wert gewesen wäre. Es lohnt sich also, vor dem genüsslichen Zubeißen erst nachzusehen, ob der Toaster irgendwelche lukrativen Mysterien ins Frühstück gebrannt hat.

Ein Team der Universität Toronto hat sich dieses Phänomens angenommen und dazu eine Forschungsarbeit veröffentlicht. Um es zusammenzufassen: Wenn man Versuchspersonen im Experiment erklärt, auf einem diffusen Bild seien bestimmte Formen zu erkennen, dann haben die Probanden auch exakt diese Formen gesehen. Mit anderen Worten: Der Mensch sieht, was er sehen will oder sehen soll. Für diese Arbeit wurden die Kanadier letzte Woche mit dem Ig-Nobelpreis an der Havard Universität ausgezeichnet. Ein satirischer Preis, der Forschungsarbeiten honoriert, die „erst zum Lachen, dann zum Nachdenken anregen“. Verliehen werden sie meist von echten Nobelpreisträgern. Unter den früheren Preisträgern findet sich übrigens auch der Physiker Robert Matthews, den man für seine Forschungen zu Murphys Gesetz auszeichnete. Er klärte die Frage, warum ein Buttertoast immer mit der Butterseite auf den Boden fällt.

Und jetzt mein Tipp: Wenn nun vor dem Fall des Toastes nichts, nach dem Fall jedoch ein Gesicht aus der Butter schaut, lässt das nur einen Rückschluss zu. Nämlich, dass der Boden dringend gewischt werden sollte.

Matthias Brodowy

Bildquelle

  • Brodowy: privat

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