Brodowys Woche: Vielleicht ’ne Marke
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Für „hallo Wochenende“ schreibt er seine Kolumne „Brodowys Woche“.

Brodowys Woche: Vielleicht ’ne Marke

Wahrscheinlich dachte er, er sei ein ganz schlauer Fuchs: 2013 sicherte sich ein Portugiese die Markenrechte an dem Namen „Neymar“ für Klamotten. Würde irgendjemand unter diesem Namen Pullover oder gar Fußballschuhe auf den Markt bringen, so könnte er diese Person abmahnen oder am Verkauf ordentlich mitverdienen. Neymar, für die, die diesen Namen jetzt zum ersten Mal hören, ist nicht nur ein brillanter Fußballer und noch exzellenterer Schauspieler (zumindest auf dem Platz, wenn er gefoult wird und anschließend sich in Todeskämpfen wähnend auf dem Rasen wälzt), er war auch der bislang teuerste Transfer in der Fußballgeschichte. Seine Ablöse betrug 222 Millionen. Eine irrationale Summe, ich bin versucht zu schreiben: Eine unanständige Summe! Mit dem Namen Neymar lässt sich nunmehr also tatsächlich Geld verdienen und der Fußballer wollte, wohl durchaus verständlich, das Recht an seinem Namen zurück, was ihm vor Gericht auch gelang. Der bisherige Rechteinhaber scheiterte vor dem Richter, dem er weismachen wollte, dass er gar nicht wusste, was für ein talentierter Ballkünstler Neymar sei. Übrigens sicherte er sich damals auch den Namen „Iker Casillas“, seines Zeichens Weltmeistertorwart von 2010. Keine Ahnung von Fußball hatte er wohl nicht. Wahrscheinlich war dieser Typ in der Schule auch schon einer von der Sorte: „Oje oje, das Heft mit meinen Hausaufgaben liegt zuhause auf dem Schreibtisch“. Erstaunlich, dass sich mit sowas der Europäische Gerichtshof beschäftigen muss.

Matthias Brodowy

www.brodowy.de

Bildquelle

  • Brodowy: privat

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