Das Dschungelbuch im Zoo: Bärenstarke Bärenmarke
Sorgen im Zoo-Kindermusical „Dschungelbuch“ nicht nur bei den jungen Besuchern für Begeisterung: Mogli (Julia Breier, links) und Balu (Mathias Kusche). Foto: Wilde

Das Dschungelbuch im Zoo: Bärenstarke Bärenmarke

Mogli und Balu, der Bär, öffnen das Dschungelbuch im Zoo

Von Heike Schmidt
Hannover. Es ist manchmal nicht einfach, ein Bär zu sein. Alle glauben, man käme angstfrei durchs Leben, nur weil man groß ist und ein breites Kreuz hat. Balu kann ein Lied davon singen. Dass gerade er, der große Bär, der vordergründig vor Selbstbewusstsein strotzt, einmal Angst haben könnte, käme wohl den wenigsten in den Sinn. Dann ahnt niemand, dass der Bärenstarke am liebsten einen Freund bei sich hätte. Einen Freund wie Mogli.
Balu ist fast schon so etwas wie eine Marke in der Inszenierung „Dschungelbuchs“, das derzeit in der Show-Arena des Erlebnis-Zoos Hannover zu sehen ist. Anlässlich des 150-jährigen Bestehens ist der Zoo eine außergewöhnliche Kooperation eingegangen: Gemeinsam mit dem GOP-Varieté präsentiert der Tierpark das Kinder-Sommer-Musical. Und diese Kooperation funktioniert wie auch die Freundschaft zwischen so ungewöhnlichen Charakteren wie Balu und Mogli, dem Panther Baghira und der Schlange Kaa. Sie alle kennt man aus dem Disney-Zeichentrick-Klassiker. Sie alle erkennt man auch wieder – selbst wenn sie es nicht mal mit Gemütlichkeit probieren wollen, sondern eher den rockigen „Dschu-Dschu“-(Dschungel-)Song singen.
Konstantin Wecker hat für dieses Kinder-Sommermusical Lieder wie „Keine Feier ohne Geier“ oder „Im Dschungel ist der Tiger los“ geschrieben, die die kleinen Besucher schon nach wenigen Takten mitsingen können und die durchaus das Zeug dazu haben, zu Sommerhits bei den Kleinen zu werden. Doch es sind auch gerade diese kleinen, ruhigen Momente, in denen Balu beispielsweise nicht alleine durch den Dschungel streifen will und etwas Angst hat, die das Spiel in der Show-Arena zu einem besonderen Erlebnis im Zoo machen.
Manch ein kleiner Besucher kennt das Stück bereits: Es war schon einmal als Weihnachts-Kinderstück im GOP an der Georgstraße zu sehen. Doch die Freiluft-Inszenierung hat einen ganz besonderen Charme: Wenn die Aras aus dem Gehege nebenan herüberrufen und die Geräusche von den Tieren des Zoos in den Abendstunden ein klein wenig hörbarer sind als zu Besuchszeiten, ist es umso einfacher, sich ein wenig wie im echten Dschungel zu fühlen. Und nicht nur Balu (Mathias Kusche) ist dabei Sympathieträger und Bärenmarke zugleich. Wenn Mogli (Julia Breier) mal trotzig, mal fröhlich über die Bühne tobt, lieben ihn die Kinder sofort – erkennen sie doch manche Verhaltensweisen indirekt an sich selbst.
Der Tiger Shir Khan (Ari Gosch) ist schön böse. Er wird aber wie es sich für ein Musical mit Happy End gehört, am Schluss fast zu einem folgsamen Kätzchen. Aber wer will schon vor versammeltem Publikum hören, dass man keine Freunde hat? Selbst die Kleinsten auf den Rängen brüllen mit als Mogli alle auffordert zu rufen: „Shir Khan hat keine Freunde! Shir Khan hat keine Freunde!“ Denn genau darum geht es: um Freundschaft. Um Hilfe. Um Abenteuer. Das ist die Mischung, aus dem nicht nur Walt Disney-Klassiker sind, sondern auch frische, neue Interpretationen direkt aus dem Dschungel.

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