Das Rote Sofa: Inga Samii
Inga Samii auf dem Roten Sofa. Foto: Niehaus

Das Rote Sofa: Inga Samii

Inga Samii leitet seit sechs Jahren das Veranstaltungsprogramm im Großen Garten. Ein Gespräch über die Magie und Poesie zwischen Blumen und Beeten

Von Heike Schmidt

Für Inga Samii war es eher eine Liebe auf den zweiten Blick, dafür aber eine umso innigere. Seit sechs Jahren leitet sie das Programm in den Herrenhäuser Gärten. In diesem Jahr wird es dort mehr als 200 Veranstaltungen geben. Ein Höhepunkt sollen die „Sommernächte im Gartentheater“ werden – eine kleine Reihe, bei der sich das Gartentheater in einen Ballsaal verwandeln wird.
Lassen Sie uns über „Sommernächte im Gartentheater“ sprechen – was war Anlass, eine solche Reihe aufzulegen?
Wir möchten ganz unterschiedliche und neue Zielgruppen ansprechen. Wir nehmen daher auch ganz unterschiedliche Aspekte auf: Kino, Poetry Slam, Barock. Am ersten Wochenende dreht sich beispielsweise alles ums Tanzen. Das Gartentheater wird zu einem funkelnden Ballroom. Wir haben uns von einem Bild aus dem Barock inspirieren lassen, auf dem das Gartentheater nicht nur bespielt, sondern auch getanzt wird, auf dem Grenzen zwischen Bühne und Publikum verwischen. Dieses Gefühl wollen wir den Besuchern vermitteln. Wir möchten Anlässe schaffen, bei denen Besucher ihnen Bekanntes in dieser wundervollen Umgebung neu wahrnehmen. Dann kann man sich dem Zauber des Gartens kaum entziehen.
Was wird es an dem Wochenende Bekanntes im Gartentheater geben?
Am Freitag, 3. August, spielt dort die Combo Fette Hupe Big-Band-Swing und bittet zum Tanz. Einen Tag später legen die Discjockeys Ferry Ultra und Robert Hard Funk- und Soul-Musik auf. Und am Sonntag gibt es einen klassischen Tanztee.
Im Sommer wird in Hannover allerorten gefeiert: Ist es nicht schwer, zwischen Feuerwerkswettbewerb, Kleinem Fest, Schützenfest die Menschen noch in den Großen Garten zu locken?
Eigentlich ist es gar nicht schwer. Die Atmosphäre des Gartens und seine Poesie ist ganz einzigartig. Man muss Anlässe schaffen, bei dem er diese Poesie entfalten kann, dann funktioniert das sehr gut. Nehmen Sie das Kleine Fest oder den Feuerwerkswettbewerb – ein Feuerwerkswettbewerb auf dem Schützenplatz würde kaum funktionieren; im Großen Garten entführt er in eine zauberhafte Welt.
Nach welchen Kriterien haben Sie das Programm zusammengestellt?
Wir haben im Team zusammengesessen und uns gefragt, was wir gerne einmal im Garten hätten, wofür wir uns begeistern können.
Früher war ein Highlight der Gartentheatersaison das Musical von Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig – warum gibt es das nicht mehr? Steht es in Aussicht, dass es wieder ein Musical im Gartentheater geben wird?
Ich möchte das nicht ausschließen. Aber man muss bedenken, dass das Heckentheater mit seinen größtenteils original vergoldeten Figuren ein Ort von kunsthistorischer Bedeutung ist. Durch ein Theaterstück oder Musical ist in der Regel durch Aufbauten und Sperrungen dieser Genuss stark beeinträchtigt. Daher probieren wir mit kleinen, feinen Formaten, die keine großen Aufbauten benötigen oder die nur für ein paar Tage da sind, diesen Erwartungen gerecht zu werden.
Welche erste Erinnerung haben Sie an das Gartentheater?
Erst, nachdem ich hier angefangen habe zu arbeiten, hat mich der Zauber des Gartens gefangen genommen. Es war keine Liebe auf den ersten Blick, wenn Sie so wollen. Aber eines weiß ich ganz bestimmt: Alle Mitarbeiter sind verliebt in den Garten. Wenn man da ist, wird man zu einem Liebhaber des Gartens.
Um erste Erinnerungen geht es ja auch bei den Early Birds, dem Programm, bei dem Grundschülern der Große Garten näher gebracht werden soll. Wie läuft das Programm?
Sehr gut. Wir hatten 45 Termine für Schulklassen; diese waren nach drei Tagen ausgebucht. Mehr als eintausend Kinder waren schon im Garten. Das ist ein großer Erfolg.

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