Das Rote Sofa: Markus Pabst
Akrobatik am Wannenrand: Damit der Handstand gelingt, hilft Handballwachs.

Das Rote Sofa: Markus Pabst

Es wird feucht in der Orangerie in Herrenhausen: Am 26. Novemer feiert das GOP-Wintervarieté „Wet“ Premiere. Ein Gespräch mit dem Regisseur Markus Pabst über Quietscheentchen, Handballwachs und Akrobatik in der Badewanne.

 

Herr Pabst, wenn Sie die Wahl hätten: Nehmen Sie lieber das Buch oder die Ente mit in die Wanne?
Das Buch! Enten habe ich schon so viele. Mein Badezimmer ist schon voll damit. Aber was liegt auch näher, als dem Regisseur einer Show, die „Wet“ heißt, eine Ente zu schenken? Zumal: Ganz zu Anfang hatten wir die Idee, die Show wie eine Art Bilderbuch aufzuziehen. Das haben wir dann aber gelassen.

Baden oder duschen Sie lieber? Als Regisseur einer Show, in der die Badewanne eine zentrale Rolle spielt, sollte man ja denken, dass Sie sich lieber in die Wanne legen.
Da muss ich Sie leider enttäuschen. Ich bin ein Duscher. Wir hatten in der ersten Version der Show von vor zehn Jahren auch eine Dusche mit dabei. Da war dann ein Pole-Dance-Act drin. Aber das war schwierig. Beim Pole müssen die Füße trocken sein. Das funktionierte nicht.

Markus Pabst hat Humor – und er liebt Badewannen. Wen wundert es, dass er der Regisseur einer Show ist, die „Wet“ - also „nass“ - heißt? In der Orangerie wird sie in dieser Woche Premiere feiern. Auf dem roten Sofa hat er erklärt, warum er dennoch lieber duscht als badet und sich mehr über ein Buch als über ein Quietscheentchen freut. Mehr Spaß hatte er bei unserem Interview zum diesjährigen Wintervarieté allerdings doch eher mit der Ente.

Markus Pabst hat Humor – und er liebt Badewannen. Wen wundert es, dass er der Regisseur einer Show ist, die „Wet“ – also „nass“ – heißt? In der Orangerie wird sie in dieser Woche Premiere feiern. Auf dem roten Sofa hat er erklärt, warum er dennoch lieber duscht als badet und sich mehr über ein Buch als über ein Quietscheentchen freut. Mehr Spaß hatte er bei unserem Interview zum diesjährigen Wintervarieté allerdings doch eher mit der Ente.

Aber in „Wet“ ist doch auch noch eine Dusche vorhanden…
Ja, der Duschkopf, der wie die Schlange Kaa aus dem Dschungelbuch agiert. Aber eben keine ganze Dusche mehr.

Ist Ihnen die Idee zu „Wet“ im Bad gekommen?
Nein, das war in München. Da gab es einen Typ, der eine sinnliche Tanznummer in einer Badewanne gemacht hat. Die Frauen waren ganz hin und weg. Also, die Männer auch. Ich dachte mir, das kann man auch akrobatisch umsetzen. Und da habe ich mir gedacht, dass es doch irre wäre, eine ganze Show in Badewannen zu machen. Denn so richtig mit Wasser gespielt hat keiner.  Dabei ist das ja geradezu die Natürlichkeit von Sinnlichkeit und Erotik. Im Opening haben beispielsweise alle Künstler Unterwäsche an, aber niemand stört sich daran. Schließlich geht man ja nicht vollbekleidet in die Badewanne.

Ist das Wasser eigentlich warm?
Ja, natürlich. Die Künstelr können sogar sagen, wie warm sie es haben wollen. Wenn wir nach Hannover in Australien spielen und die Künstler vom Strand direkt in die Show gehen, wird es sicherlich etwas kühler gewünscht werden.

Wie viel Wasser fließt denn bei einer Show?
Das ist gar nicht so viel, vielleicht eine bis anderthalb Wannenfüllungen. Irgendwann stand einmal in der Presse, es seien pro Abend 15.000 Liter. Das ist natürlich Quatsch.

Wasser ist rutschig. Normalerweise nehmen Artisten Talkumpuder, um nicht zu rutschen. Was nehmen sie bei Wet?
Handballwachs. Aber auch davon dürfen sie nicht zu viel nehmen. Wir haben ja viele Nummern, bei denen die Rutschigkeit benötigt wird. Wenn dann zu viel Wachs auf der Wanne ist, stoppt das ja, und das wäre nicht gut.

Kam es schon mal zu Verletzungen?
Ja, zweimal in zehn Jahren. Das eine Mal ist ein Künstler an Ketten auf den Wannenrand gefallen. Glücklicherweise war danach nicht sein Körper, sondern die Wanne kaputt. Ich selbst habe den zweiten Unfall gehabt. Nach der Premiere in München wurde ich als Regisseur auf die Bühne gerufen. Ich wollte auf dem Bauch auf die Bühne rutschen. Leider bin ich ausgerutscht und nach hinten übergefallen. Aber die Künstler haben mich gerettet. Sie sind einfach über mich hinweg gesprungen. Das sah dann aus wie gewollt.

Sind das eigentlich ganz normale Wannen?
Ja. Villeroy und Boch stellt sie uns zur Verfügung. Zu Anfang haben sie gesagt, die Wannen seien unkaputtbar. Nachdem wir sie nach der ersten Probe aber kaputtgestampft haben, habe ich den Eindruck, sie haben sie nochmals verstärkt. Wir selbst haben Handstücke für die Künstler und Kufen dranmontiert, damit die Wannen selbst nicht rutschen.

Wie viele Wannen haben Sie denn in den zehn Jahren verbraucht?
Gar nicht viele. Wir haben drei Sets, die aus jeweils sechs normalen und einer Diva-Wanne bestehen. Eine hat uns allerdings der mexikanische Zoll kaputt gemacht. Die dachten wohl, da wäre etwas in der Wanne versteckt und die haben sie auseinandergenommen.

Wannenbäder können ja auch sehr entspannend sein…
Ja, uns ist sogar schon einmal ein Künstler in der Wanne eingeschlafen. Eike von Stuckenbrok ist damals noch zur Schule gegeangen und war an einem Abend vor der Show wohl so kaputt, dass er echt eingepennt ist. Die ersten Takte der Musik haben ihn aber wieder wach gemacht. Danach hat er mir erzählt, er habe so viel Adrenalin im Blut gehabt, dass er hellwach war. Aber mir ist das auch schon passiert. Da liegt man in der Wanne und ist so entspannt, dass man einfach wegdöst.

Interview: Heike Schmidt

Informationen zur Show gibt es auch im Internet unter www.variete.de/spielorte/wintervarietes/wintervariete-orangerie-hannover

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