David Pereiras Trip
David Pereira zeigt sich im GOP als Multitalent.

David Pereiras Trip

Der multitalentierte Artist begeistert im GOP-Varieté noch bis zum 8. März das Publikum

Von Franka Haak
Hannover. Der Einkaufswagen auf der Bühne wirkt deplatziert. Der banale Supermarkt-Alltag dringt ein in die schillernde Welt des Varieté. Kastig und unnahbar steht der Wagen da. Bis David Pereira ihn mit seiner Akrobatik erobert – den Alltag gleichsam bezwingt.
Der spanische Kontorsionskünstler ist Höhepunkt und Mittelpunkt des akrobatischen Abendprogramms „The Trip“, das zur Zeit im GOP gastiert. Pereira begeistert mit seiner Körperbeherrschung. In der schnellen Abfolge verschiedener akrobatischer Figuren verlieren seine Bewegungen nie an Leichtigkeit.
Der multitalentierte David Pereira bildet den roten Faden der Show. Er tritt im Laufe des Programms mehrmals auf – und es gelingt ihm immer wieder, das Publikum zu überraschen. Mit einer verspielt homo-erotischen Einlage (in Feinstrümpfen und Highheels) verdreht Pereira den Männern an den vorderen Tischen den Kopf – und stellt zeitweise sogar den Travestie-Pianisten Jack Woodhead in den Schatten.
Woodhead führt mit seiner markanten Stimme in einer Mischung aus Deutsch und Englisch durch das Programm. Mit wechselnden, aber immer schillernden Outfits und seinem überspitzt affektierten Auftreten verkörpert er die Welt des Variété in ihrer ureigensten Form. Seine – teilweise etwas antiquierten – Witze und Sprüche können mit der aufwendigen Gaderobe nicht immer mithalten. Am meisten fesselt Woodhead da, wo es ernster wird. Er brilliert mit seiner Interpretation des Liedes „What makes a man a man“ von Charles Aznavour. In diesem Augenblick stimmt alles: Text, Stimme, Klavierbegleitung und Outfit fügen sich zu einem Gesamtkunstwerk zusammen und erzählen von gesellschaftlich aufgezwungenen Geschlechterrollen und deren Subversion.
Nur wenigen Artisten der Show gelingt es, sich aus David Pereiras Schatten zu lösen. Eine dieser Ausnahmen ist der Handstandakrobat Mario Espanol. In seinem Auftritt kreiert er ein Zusammenspiel von Statik und Dynamik, Kraft und Zartheit und scheint dabei die Gesetze der Physik außer Kraft zu setzen. Nahezu schwerelos schwebt er über der Bühne.
Zu beeindrucken vermag auch Stangentänzerin Marion Crampe. Mit nur einer Hand oder einem Bein an der Stange steht sie nahezu waagerecht in der Luft. Ihre faszinierenden Figuren und schnellen Rotationen halten das Publikum minutenlang in Atem. In ihrer Disziplin hat sie sich in den letzten Jahren weltweit einen Namen gemacht. 2012 gewann sie die Französische Pole-Dance-Meisterschaft, bei der Weltmeisterschaft 2014 gewann sie die Bronze-Medaille.
Abwechslung von den akrobatischen Nummern bieten die Flamenco-Rhythmen und die schwungvollen Choreographien des Tanztrios „Alandalus Nights“.
Die Show läuft im GOP noch bis zum 8. März. Karten (15 bis 44 Euro) gibt es unter Telefon (0511) 30 18 67 10.
❱❱ www.variete.de

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