„Holze-Kopfe“ mit guter Fee
Rettung aus dem gröbsten Schlamassel: Pinocchio kann sich auf die gute Fee verlassen. Foto: Wilde

„Holze-Kopfe“ mit guter Fee

„Pinocchio“ erlebt Abenteuer in der Vorweihnachtszeit im GOP

Von Heike Schmidt
Hannover. Ach, manchmal ist es ganz schön schwer, den Verführungen des Lebens zu widerstehen.  Gerade, wenn man ein so gutgläubiger Junge wie Pinocchio (Bianca Todte) ist. Da ahnt man nichts Böses – und schwups – steckt man schon wieder in Schwierigkeiten fest. Dabei: Schwierigkeiten? Probleme? Ach was! Nennen wir es einfach Abenteuer, so wie es sich für ein Kinder-Weihnachts-Musical gehört. Denn das ist es, was Pinocchio und die kleinen Zuschauer derzeit auf der Bühne des GOP-Varietés erleben dürfen. Zum vierten Mal präsentieren die Landeshauptstadt Hannover und das GOP Varieté-Theater in Zusammenarbeit mit C2 Concerts dort ein Weihnachtsstück, das eigens für Kinder auf die Bühne gebracht wird und das sich als Vorweihnachts-Hit abzeichnet.
Vorlage für das Musical war die berühmte Geschichte von Carlo Collodi. Christian Berg und Konstantin Wecker haben sie in bewährter Manier szenisch und musikalisch umgestezt. Wie auch beim „Dschungel-Buch“, „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ oder „Lukas, der Lokomotivführer“ haben sie nicht nur eine Inszenierung voller Mitmachideen und eingängiger Melodien geschaffen, sondern auch bei der Besetzung der Rollen ein Händchen gezeigt. Ute Reiber spielt einerseits die mit Korkenzieher-Locken und Glitzer-Diadem geschmückte gute Fee, die Pinocchio immer wieder aus dem gröbsten Schlammassel rettet; andererseits aber auch die grün-glänzende Grille, die mit hübschen italienischem Akzent dem „Holze-Kopfe“ die ungeschminkte Wahrheit sagt.
Nämlich auch die, dass Fuchs und Katze keineswegs wahre Freunde sind, sondern lediglich die Gutgläubigkeit von Pinocchio für sich auszunutzen wissen. Der Fuchs (Mattis Nolte) ist dabei hübsch gerissen, die Katze (Katrin Paasch) so schön trottelig und aufgedreht, dass man sie – obwohl sie ja eigentlich zu den Bösen gehört – tatsächlich liebenswert findet. Als Duo funktionieren die beiden so gut wie Dick und Doof – und das finden nicht nur die kleinen Besucher komisch.
Pinocchio hingegen möchte nur eins: ein echter Junge werden. Zu Anfang stellt er sich das total einfach vor. Der guten Fee, die ihm ganz zu Beginn des Stücks Leben einhaucht, sagt er keck, sie möge doch einfach abends wiederkommen, dann sei das erledigt. Dass der Plan nicht ganz aufgeht, liegt dann aber auch an den wundersamen Verführungen des Lebens. Wenn man ihnen erliegt, rutscht man manchmal in gar nicht so angenehme Situationen. Erwachsene kennen das auch. Manchmal lügen sie sich dann den eigentlichen Grund, warum sie da hinein geraten sind, auch schön. Leider wächst ihnen dann keine lange Nase – so wie Pinocchio auf der Bühne. Aber sie haben dann meist auch weder einen liebenden Gepetto (Erwin Bruhn), der alles verzeiht, noch eine gute Fee, die mit etwas Sternenstaub alles wieder gut macht. Und die Moral von der Geschicht? Lügen lohnt sich nicht. Ein Besuch im Kinder-Weihnachts-Musical hingegen sehr – sowohl für die Kleinen, als auch für die Großen.
Das Kinder-Weihnachts-Musical „Pinocchio“ ist noch bis zum 10. Januar im GOP Hannover zu sehen. Tickets unter

❱❱ Telefon (05 11) 30 18 67 10

Bildquelle

  • Pino: Wilde

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