Ich habe einen Traum vom klassischen Gesang
Der fliegende Holländer, Staatsoper Hannover. Foto: Jauk

Ich habe einen Traum vom klassischen Gesang

In diesen Tagen erfüllt sich ein großer Traum für mich: Ich darf – nach Elisabeth und Sieglinde – endlich wieder in einer Oper („Der fliegende Holländer“) von Richard Wagner auf der Bühne stehen. Ich habe mir die Partie der Senta, die ich ab dem heutigen 11. Februar singen und spielen werde, schon lange gewünscht. „Schon immer“ kann ich nicht sagen, denn eigentlich hatte ich einen ganz anderen Traum: Ich wollte ursprünglich Tänzerin werden.

Von meinem vierten bis fünfzehnten Lebensjahr nahm ich Unterricht in klassischem Ballett. Dann aber stellte ich fest, dass meine Entwicklung doch eher in Richtung Musik geht. Ursprünglich hatte ich mit klassischem Gesang nichts am Hut. Dass ich heute Wagner und nicht Whitney Houston singe, kommt mir rückblickend märchenhaft vor.

Kelly God ist seit der Spielzeit 2006/07 als Sopransängerin an der Staatsoper Hannover engagiert. In der aktuellen Spielzeit ist sie dort als Marie in „Die verkaufte Braut“, als Senta in „Der fliegende Holländer“ und erneut als Mutter in „Hänsel und Gretel“ zu sehen. God wurde 1975 im niederländischen Heerlen geboren. Sie studierte Gesang und Oper an der Musikhochschule in Maastricht. Die Konzertreifeprüfung und die Opernprüfung absolvierte sie mit Auszeichnung.

Aber ich hatte eine gute Lehrerin zu Hause in den Niederlanden: Mya Besselink, Professorin an der Hochschule für Musik in Maastricht, hat mich für den harten Job einer Opernsängerin fit gemacht – ich nehme noch heute bei ihr Unterricht. Eine wichtige Rolle spielte auch der Intendant Guy Montavon, der mich nach Gießen engagierte. Dann kam ich an die Staatsoper Hannover. Bei dem Intendanten Michael Klügl bekam ich weitere Traumrollen zu singen und entwickelte mich weiter.

Es gab in meinem Leben immer Leute, die an mich geglaubt und die mich gefördert haben. Ohne sie wäre ich nicht das, was ich heute bin. Vielleicht ist das ja auch so ein Traum von mir: dass die Menschen andere Menschen finden, die an sie glauben, die ihnen Respekt entgegenbringen und Dinge in ihnen sehen, von denen sie selbst gar nicht wussten, dass sie in ihnen stecken. Meine dreijährige Tochter zum Beispiel hat schon jetzt eine große, laute Stimme. Wer weiß, vielleicht tritt sie eines Tages in meine Fußstapfen und wird auch Sängerin? Auf jeden Fall soll sie in dem, was sie macht, glücklich werden, das ist für mich das Wichtigste.

Wie die meisten Menschen träume ich von einer friedlichen Welt, in der wir einander trotz aller Unterschiede respektieren. Wenn ich mit meiner Musik ein Stück dazu beitragen kann, unsere Welt lebenswerter zu machen, dann würde mich das sehr glücklich machen.


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