Ich habe einen Traum von Artenvielfalt
Die Eulen-AG setzt sich für Artenschutz ein.

Ich habe einen Traum von Artenvielfalt

Karola Herrmann, Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe Hannover, träumt von einer besseren Welt für alle Lebewesen

Karola Herrmann ist Vorsitzende des NABU Hannover und Naturschutzbeauftragte der Region Hannover für den Bereich Hannover-Süd. Quelle: privat

Karola Herrmann ist Vorsitzende des NABU Hannover und Naturschutzbeauftragte der Region Hannover für den Bereich Hannover-Süd.

„I have a dream“ – Ich habe einen Traum – von einer besseren Welt, genau wie Martin Luther King. Und genau wie er verbringe ich einen großen Teil meiner Zeit damit, an seiner Realisierung zu arbeiten. Frei nach dem Motto „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten Gutes tun, wird das das Gesicht unserer Erde positiv verändern“. Ich träume davon, dass wir Menschen unseren Planeten so behandeln, dass der Lebensraum für alle natürlich vorkommenden Tiere und Pflanzen ist. Dass wir die Natur, das heißt unser aller natürlichen Lebensgrundlagen schützen, weil wir sonst „den Ast absägen, auf dem wir selbst sitzen“.
Schon in der Grundschule habe ich mich für Pflanzen und Vögel interessiert und begeistert ihre Namen gelernt. Als Jugendliche war ich dann in der „Naturschutzjugend Hannover“ aktiv: Naturkunde bei jedem Wetter, Pflegeeinsätze, auch Kartierungen standen auf dem Programm – und viel Spaß mit Gleichgesinnten.
Jetzt bin ich seit einigen Jahren ehrenamtliche Vorsitzende der hannoverschen Ortsgruppe des NABU, der bereits 1881 als Hannoverscher Vogelschutzverein gegründet wurde. Ich habe 2011 eine Jugendgruppe gegründet, weil mir auffiel, dass es für Kinder nach dem Grundschulalter kaum Angebote gibt, die Natur vor unserer Haustür zu erfahren. Leben in der Stadt bringt automatisch eine gewisse Naturferne mit sich, die meisten Leute, egal welchen Alters, haben keinerlei Artenkenntnis. Das führt dazu, dass gar nicht mehr bemerkt wird, wenn selbst häufige Tier- und Pflanzenarten verschwinden, weil deren Lebensräume zerstört werden, beispielsweise durch Bebauung oder intensive landwirtschaftliche Nutzung.
Mein Traum ist, dass diese Entwicklung umgekehrt wird. Dass wir unseren Mitgeschöpfen, deren Leben per se den selben Wert hat wir unseres, auch ihr Leben lassen beziehungsweise wieder ermöglichen. Wir Menschen tragen die Verantwortung, wir treffen die Entscheidungen, wer leben kann!
Jugendliche von heute verbringen einen großen Teil ihrer Zeit in der virtuellen Welt – ich setze dem die reale Welt, Naturerlebnis, Bewegung an der frischen Luft, verschiedenste „Artenschutzprojekte“ sowie jede Menge Gruppendynamik und Spaß außerhalb des schulischen Rahmens entgegen. Es funktioniert. Ich möchte meine Mitmenschen für die Natur um uns herum begeistern und zu ihrem Schutz motivieren – es gibt so viele Möglichkeiten, mitzumachen: Wir pflegen beispielsweise eine Wiese auf dem Kronsberg, indem wir sie nach der Methode der klein strukturierten Mosaikmahd mit Handsensen mähen, um die Blütenpflanzen zu erhalten, die für Schmetterlinge lebenswichtig sind. Wir haben eine Eulen AG, die zahlreiche Nistkästen für die Schleiereulen in der Region Hannover betreut. In diesen Tagen sind wieder zahlreiche Menschen nötig, um an unserem Krötenschutzzaun die Amphibien über die Straße zu ihren Laichgewässern zu tragen. Ich möchte an so vielen hannoverschen Häusern und Kirchen wie möglich unter anderem Nisthilfen für Dohlen und Mauersegler anbringen, weil es immer weniger Nischen an den energetisch sanierten Gebäuden gibt, in denen diese Vögel brüten können. Und selbstverständlich zeigen wir interessierten Mitbürgern die Natur vor der Haustür auf geführten Exkursionen – um nur einige unserer Aktivitäten zu nennen. Schließen Sie sich uns an – die Natur braucht Ihre Hilfe!

www.NABU-Hannover.de

Bildquelle

  • Karola Herrmann: privat
  • Eulen-AG: r

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