Ich habe einen Traum von einer Kulturmeile

Ich habe einen Traum von einer Kulturmeile

Susanne Rode-Breymann ist seit 2004 Professorin für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik,Theater und Medien Hannover. 2010 wurde sie zur Präsidentin der Hochschule gewählt.Quelle: privat

Susanne Rode-Breymann ist seit 2004 Professorin für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik,Theater und Medien Hannover. 2010 wurde sie zur Präsidentin der Hochschule gewählt.

Hannover. Königstraße im Jahr 2025. In der Zeit, wenn die Robinien blühen. Ich flaniere zwischen Staatsoper und Musikhochschule, auf  d e r  neuen und angesagten Kulturmeile von Hannover. Die selbstbewusste Landeshauptstadt hat hier in Stein gefasst, dass sie Unesco City of Music ist, und eine Sichtachse aus der Stadt hinaus in die Eilenriede freigelegt. Ein pulsierender Straßenzug verbindet nun die Staatsoper – 1845 bis 1852 am östlichen Rand der Altstadt gebaut – mit dem Areal des „Neuen Hauses“ im vorderen Bereich der Eilenriede. Dort wo 1894 ein elegantes Konzertcafé gebaut wurde, das 1970 für die 1974 eröffnete Musikhochschule weichen musste.

Es ist eine Meile mit Galerien, Designer-Ateliers, einer Mal-Schule für alle Lebensalter, einer Musikschule in der auch türkische oder persische Instrumente unterrichtet werden, dazwischen Cafés … Der Hauptverkehr ist umgeleitet, die Bürgersteige sind breit, überall sind Menschen, die innehalten, schauen und hören – und man merkt gar nicht, wie diese Kulturmeile von der Bahn unterbrochen wird, denn die Unterführung ist licht. Auch die Berliner Allee kann dem Zusammenhalt der Meile nichts anhaben.

Ich versuche im Traum, die Menschen genauer zu sehen. Mir will scheinen, sie kommen aus aller Herren Länder, einige sprechen mich in wunderbaren fremden Sprachen an. Und ich sehe viele, die Musikinstrumente bei sich haben. Ich gehe ihnen nach – im Traum – und gelange in einen Hinterhof. Ein weites Areal tut sich vor mir auf. Es ist ein Raum voller Klang, denn aus allen Wohnungen höre ich Instrumente und Stimmen. Gebannt stehe ich in diesem Klang­raum, dann werde ich mitgezogen in ein Haus voller Musik. Leider werden die Traumbilder nun undeutlich, aber plötzlich stehe ich vor einem „Neuen Haus“, das es 2015 noch nicht gab. Ich sehe nicht ganz genau, welches Haus es ist: Ist es direkt am Bahngleis, musste ein anderes Haus dafür weichen? Hat man sich entschieden, alte Bausubstanz zukunftsfähig zu machen oder ist gar eine der Bausünden verschwunden, die der Innenstadt nach der schweren Kriegszerstörung zugefügt wurden? Ich fühle im Traum, dass dieses „Neue Haus“ der Stadt gut tut.
Und dann trete ich ein, sehe Studios für Bands, große Räume, in denen Trompeter und Tubisten üben …

Ich wache auf und weiß: Das war kein Traum, sondern der Beginn eines Zukunftsplanes. Seitdem hoffe ich auf den nächsten Traum, der mir offenbart, wie dieser Zukunftsplan umsetzbar ist.

Mehr Träume von Hannovers Prominenten finden Sie in der Serie „Ich habe einen Traum von…“ auf unseren Themenseiten.

Bildquelle

  • Traum_Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann_(c) Nico Herzog: privat
  • Flanieren: imago

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