Ich habe einen Traum von einer Lücke

Ich habe einen Traum von einer Lücke

James McDowell, Geschäftsführer des Figurentheaterhaus Theatrio, möchte eine kulturelle Lücke zu schließen

James McDowell ist in Miami Beach geboren. Nach dem Abitur nahm er Schauspielunterricht, studierte vier Semester Literatur und ging dann ans American Ballet Theater School nach New York. Dann arbeitete er als Solist an der Israel National Opera in Tel Aviv. Neuorientierung nach Europa: Engagements in Kassel, Augsburg, Bremerhaven, Hamburg, Heilbronn und Braunschweig. 2002 bis 2009 Leitung der Wormser Nibelungen-Festspiele in Zusammenarbeit mit Dieter Wedel und später mit diesem Festspiele in Bad Hersfeld. Seit Anfang 2016 Geschäftsführer des Theatrio. Das Theatrio, Großer Kolonnenweg 5, ist das einzige Figurentheaterhaus in Stadt und Region Hannover. Eine nicht nur für Hannover einmalige Kulturstätte.

James McDowell ist in Miami Beach geboren. Nach dem Abitur nahm er Schauspielunterricht, studierte vier Semester Literatur und ging dann nach New York, American Ballet Theater School.  2002 bis 2009 Leitung der Wormser Nibelungen-Festspiele in Zusammenarbeit mit Dieter Wedel. Seit Anfang 2016 Geschäftsführer des Theatrio. Das Theatrio, Großer Kolonnenweg 5, ist das einzige Figurentheaterhaus in Stadt und Region Hannover. Eine nicht nur für Hannover einmalige Kulturstätte.

Ich träume davon, eine neue Theatersparte für Hannover zu etablieren: Figurentheater für Erwachsene! Und zwar so, dass es nicht mehr weg zu denken ist.

Dafür arbeite ich, das ist mein Traumziel. Deshalb wird sich in der jetzt kommenden Spielzeit im Figurentheaterhaus Theatrio  am Großen Kolonnenweg schon einiges ändern. Nicht nur die Anzahl der Vorstellungen – bisher meist 12 bis 15 Vorstellungen pro Monat und oft auch nur vormittags. Ich will am liebsten jeden Tag Kindervorstellungen anbieten und am Wochenende Erwachsenen-Theater. Das ist in Hannover ganz neu. Niemand bietet  regelmäßig Figurentheater für Erwachsene an, und dabei gibt es da erfolgreiche Produktionen wie etwa Toni Seilers „Shakespeare in Eile“, die schon hunderte Zuschauer in unserem Haus hatte.

Figurentheater für Erwachsene oder Kinder hat einen ganz besonderen Reiz, es kann sehr direkt sein und es lässt doch Raum für Fantasie. Und es gibt so viele verschiedene Spielformen, Marionetten an Fäden, Puppen, die mit Stäben von hinten geführt werden, Handpuppen und immer öfter Handpuppen mit sichtbaren Spielern, Holz, Pappe, ja sogar Gemüse können zu Spielfiguren werden.

Die ganze Bandbreite können wir nicht mit den drei schon am Haus spielenden Gruppen leisten. Zu Gerhard Seiler, den alle nur Toni nennen, zu „Marmelock“ von Britt Wolfgramm und zu Christian Kruses „Neumond“ müssen wir, damit mein Traum Wirklichkeit werden kann, Gäste einladen.

Wir planen ein Festival mit Absolventen der renommierten Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“, die eine eigene Abteilung für das Figurentheater besitzt, im kommenden Frühjahr. Schon jetzt im Herbst und im November/Dezember vor allem, habe ich eine ganze Reihe von Gastspielen für Erwachsene angesetzt. Aus Osnabrück kommen das Boulevardstück „Krise mit Luise“ und „Vom Himmel, ein Stück“, aus Dresden reist die Gruppe „Theatrium“ mit der schrägen Parabel „Adams Äpfel“ an. Und wer immer noch daran zweifelt, dass man mit Figuren auch sehr ernste Geschichten erzählen kann, wird spätestens durch „Hannes und Paul“ vom „Seifenblasen-Theater“ aus Meerbusch eines Besseren belehrt: Hier geht es, inspiriert durch Ovids „Pyramus und Thisbe“, um eine verbotene Liebe in der NS-Zeit.

Ja, das wäre mein Traum: ein lebendiges Figurentheaterhaus Theatrio mit regelmäßigem Vorstellungsbetrieb, Eigenproduktionen, Gastspielen, und immer ein volles Haus. Und warum sollte mein Traum nicht wahr werden? Ich habe schon soviel Verschiedenes in meinem Leben gemacht, immer haben sich neue Türen aufgetan. Andere machen sich früh einen Lebensplan und folgen dem dann stur. Für mich wäre das nichts. Ich bin froh, dass ich jetzt wieder etwas Neues gefunden habe, für das ich leidenschaftlich träumen kann.


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