Ich habe einen Traum von einer Stadt mit viel Lebensraum
Eberhard Röhrig-van der Meer träumt davon, dass mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren.

Ich habe einen Traum von einer Stadt mit viel Lebensraum

In diesem Sommer sitze ich besonders oft bei unserem Eiscafe in Bothfeld. Eine große Platane spendet derzeit viel Schatten für die zahlreichen Gäste. In Kürze wird es mit dieser Freude vorbei sein, dann sind die Bauarbeiten beendet und es parken wieder vier Autos unter dem Baum. Schade! Mein Traum ist, dass es gelingt, die Fahrerinnen und Fahrer dieser Autos dafür zu gewinnen, mit dem Rad zum Eiscafe zu kommen und auch während der Hitzeperiode unter dem Baum sitzen zu wollen. Für ihre 6 bis 8 Fahrräder wäre auf nur einem der verbleibenden Parkplätze genug Abstellfläche frei. Die vier Stellplätze unter der Platane bleiben dann für die Gäste erhalten. Gleich ob mit Rad oder Auto gekommen.

Eberhard Röhrig-van der Meer ist seit 2010 Vorstandsmitglied und aktuell Sprecher des ADFC Hannover. Er fährt gerne und viel mit dem Rad, sitzt gerne im Zug, der Stadtbahn oder auch mal im Auto. Foto: Von Ditfurth

Nebendran vor der Postfiliale und den anderen Läden gibt es einen Parkplatz den sich mehrere Lastenräder teilen. Die sind etwas länger, aber oft genauso schmal wie normale Fahrräder. Mit den Lastenrädern bringen die Leute aus dem Stadtteil ihre Pakete und Päckchen bis direkt vor den Eingang zur Post. Ganz schön praktisch. Falls bald der Platz nicht mehr reicht, wird einfach der Parkplatz daneben auch umgewidmet. Das bringt auch für die Autofahrenden eine Erleichterung: Immer weniger Autos nehmen am Park-Suchverkehr teil, die Chancen auf einen der Auto-Parkplätze steigen. Und leiser wird’s nebenbei auch noch, etwa für die Gäste im Eiscafe.

Der Supermarkt auf der anderen Straßenseite bietet übrigens seinen Kundinnen und Kunden Leih-Lastenräder an. Die stehen auch direkt neben dem Eingang und warten auf Getränkekisten, volle Einkaufsbeutel oder einfach einen Blumenstrauß, der gut geschützt nach Hause gefahren wird.

Bei der Kita neben der Kirche am Rande unseres kleinen Zentrums hat sich herumgesprochen, dass es den Kindern viel mehr Spaß macht, im Lastenrad hergebracht zu werden. Den Fahrtwind vorne in der Kiste zu spüren ist doch viel toller als hinten in so einer Limousine abwarten zu müssen, bis sich dieses Eltern-Taxi-Auto endlich bis vor die Kita gedrängelt hat. Und weniger stinken (Feinstaub, Stickoxyde usw.) tut’s auch noch, was gut für die Gesundheit besonders der Kinder ist. Am Wochenende geht’s mit dem Lastenrad dann los zum Ausflug an einen Badesee.

Manchmal reibe ich mir die Augen und sehe irritiert, dass dieser Traum mancherorts in Hannover bereits Wirklichkeit geworden ist. Gewiss auch bald in meinem Quartier.


Mehr Träume aus Hannover lesen Sie in unserer Serie „Ich habe einen Traum von…”

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