Ich habe einen Traum von einer Stradivari
„Teufelsgeiger“ Charly Neumann mit seiner Geige. Foto: Droese

Ich habe einen Traum von einer Stradivari

Mein Traum war es immer, in meiner musikalischen Laufbahn, einmal auf einer Stradivari oder Guarneri zu spielen. Leider habe ich nie das Glück gehabt. Von Kennern bekam ich die Antwort, dass meine Geige einen guten Klang hätte. Dabei habe ich immer wieder versucht, auf einer anderen Geige zu spielen.

Kein Schorsenbummel ohne Charly Neumann und seine Geige. Der Künstler träumt von einem ganz bestimmten Instrument. Foto: Tim Schaarschmidt

Die Geige ist ein Phänomen. Wenn man sich geärgert hat und nicht so gut drauf ist, klingt sie auch dementsprechend. Ist man gut gelaunt und freut sich, dann klingt die Geige viel besser. Der Geigenbaumeister Georg Berwanger bat mich, wenn er Geigen überholt hatte: „Charly, Du hast ein ein wunderbares Gefühl, in den Umbau der Geige einen guten Ton hinein zu spielen.“ Den Ton kann man nicht lernen, man muss ihn fühlen. Psychologisch hängt das mit dem seelischen Empfinden eines Menschen zusammen. Der Ton muss von innen kommen.

Beim Klarinettenton ist es ebenso, dass der Ton von innen kommt. Daher wird mir nachgesagt, dass ich einen wunderbaren Mozartton auf der Klarinette hätte. Natürlich hatte Georg Berwanger immer in seinem Leben nachgedacht, wie eine Stradivari so schön klingen kann. Manche sagen, dass es der besondere zusammengesetzte Lack wäre. Die anderen meinen, es wäre der besondere bearbeitete Bassbalken in der Geige.Es hat bisher noch kein Geigenbaumeister geschafft, diesen einmaligen Klang herauszufinden.

Eine Stradivari kostet mehrere Millionen Euro. Die Preise sind auch unterschiedlich. Die Anne-Sophie Mutter hat ja zwei Geigen. Eine Stradivari und ein Guarneri. Tonlich klingen die beiden Violinen auch unterschiedlich. Die meisten Zuhörer hören überhaupt nicht die feinen Unterschiede. Von einer Stradivari träume ich aber noch immer.


Weitere Träume aus Hannover lesen Sie in unserer Serie „Ich habe einen Traum von…

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