Ich habe einen Traum von Hoffnung
Staatsoper Hannover 2017/2018 West Side Story 


Ich habe einen Traum von Hoffnung

Beim Stichwort „Traum“ muss ich zunächst an mein eigenes Leben denken. Vieles von dem, was ich bisher erfahren und erlebt habe, fühlt sich an wie ein Traum. Ich bin in der Ukraine aufgewachsen, kam dann nach Moskau. Ganz wichtig war meine Großmutter für mich. Sie hatte selbst eine sehr schöne Stimme, die wir aber nur im Familienkreis zu hören bekamen. Sie war es, die mich ermutigte, meine Stimme ausbilden zu lassen. Meine Mutter war skeptisch. Sie fand, ich solle erst etwas „Anständiges“ lernen. Heute ist sie ein großer Fan von mir und kommt oft in meine neue Heimat Hannover.

Stella Motina stammt aus der Ukraine und studierte in Moskau Gesang. Sie vollendete ihre Ausbildung in Italien und an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Seit August 2017 ist sie festes Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover. Sie singt die Titelpartie der Maria in der West Side Story am Opernhaus Hannover.

Meine Ausbildung in Moskau war sehr vielfältig, unter anderem habe ich dort viel Schauspiel gemacht und wurde auch im Tanz geschult. In gewisser Weise wurde ich dort auf die Rolle der Maria in Bernsteins „West Side Story“ vorbereitet, die ich nun zum ersten Mal singe, spiele und tanze.

Maria ist zunächst naiv, aber sie ist auch stark. Zu Beginn der Handlung ist sie erst einen Monat in New York, ihr Bruder hat sie aus Puerto Rico geholt. Sie soll Chino heiraten, doch dann kreuzt Tony ihren Weg, der der feindlichen Gang angehört – die Tragödie ist vorprogrammiert. Aber Maria gibt die Hoffnung nicht auf und kämpft um ihre Liebe. Dies drückt sie in dem berühmten Lied „Somewhere“ aus: die Hoffnung stirbt zuletzt.
Genau das wäre mein Traum: dass wir alle uns an Maria orientieren, ihrer Hoffnung auch angesichts einer traurigen, tragischen Situation, aus der sie Kraft für die Zukunft schöpft. Dass wir offen bleiben für Neues. Das ist übrigens auch eine ganz große Gemeinsamkeit zwischen der Figur der Maria und mir selbst. Für mich endet Leonard Bernsteins Musical auch nicht traurig, sondern ich sehe es als Beweis, dass wir unsere Träume von einer friedlichen Zukunft weiterträumen dürfen, ja müssen. Dass Musik uns dabei helfen kann, davon bin ich ganz fest überzeugt.


Mehr Träume von Prominenten aus Hannover lesen Sie in unserer Serie „Ich habe einen Traum von…“

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