Ich habe einen Traum von kultureller Vielfalt
Die Masala-Karawane zieht vom Kröpcke zum Rathaus und eröffnet dort das „Fest der Kulturen“. Foto: Hagemann

Ich habe einen Traum von kultureller Vielfalt

Wir sind mit vielen neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Zeiten nehmen gerade eine unabsehbare Wende: Populisten versuchen sich in vielen Ländern aufzubauen, sehr viele Menschen sehen sich aus gravierenden Gründen weltweit zur Flucht gezwungen. Unsere Gesellschaft wird sich in den nächsten Jahren stärker und schneller verändern als in den letzten 50 Jahren.

Über die Veränderung mit den Menschen, die in Deutschland ihre neue Heimat finden, freue ich mich. In meinem Job als Konzertveranstalter im Kulturzentrum Pavillon bekomme ich das sehr nah zu spüren. Wir arbeiten eng mit geflüchteten Menschen zusammen und sie sind bei uns herzlich willkommen. Es wird sich auch eine stärkere kulturelle Vielfalt durch unsere neuen Nachbarn und Zuwanderer entwickeln.

Gerd Kespohl ist im Kulturzentrum Pavillon zuständig für die Programmplanung Musik und organisiert das Musikfestival Masala mit.

Seit 22 Jahren organisieren wir das MASALA Weltmusikfestival mit Künstlerinnen und Künstlern anderer Kulturen. Wir erreichen damit Menschen, die neugierig sind und ihren kulturellen Ursprung hier haben und auch Menschen, die entweder zugezogen sind oder ihre kulturelle und familiäre Vergangenheit in anderen Ländern haben, aber schon hier geboren sind. Und wenn ich diese Menschen sehe oder spreche, wenn sie nach den Konzerten glücklich nach Hause gehen, merke ich, wie wichtig das für eine multikulturelle Gesellschaft ist.

Ich würde mir wünschen, dass es für multikulturelle Konzerte und Feste mehr öffentliche Aufmerksamkeit gibt. Es wäre doch klasse, wenn die Medien noch mehr Interesse zeigen würden für Veranstaltungen mit Menschen aus anderen Kulturen, auch wenn sie nicht in den Top Ten der Charts auftauchen. In der Rundfunk- und Fernsehlandschaft sowie in einigen Printmedien würden diese Themen bestimmt viele Menschen erreichen und einen Ausgleich zu den Katastrophenmeldungen aus diesen Ländern schaffen. Ein Traum wäre es, wenn in der Rundfunklandschaft  jeden Abend eine multikulturell gestrickte Sendung mit unterschiedlichen Musikthemen zu hören wäre.

Übrigens: Im Kulturzentrum werden die Besucher oft mit Kulturen anderer Länder verwöhnt und ich merke immer wieder, dass das eine große Bereicherung für die Verständigung untereinander ist.


Weitere Träume aus Hannover lesen Sie in unserer Serie „Ich habe einen Traum von…“

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