Ich habe einen Traum von Poesie
Julia Sander ist unterwegs im Namen der Poesie. Foto: Weymann-Schulz

Ich habe einen Traum von Poesie

Ich träume von einem Leben ohne Angst. Ein Leben, in dem ich dich lieben kann, ohne dass du Angst um dich haben musst. Ich träum von einem Leben in dem keiner was muss. Ich träume von einem Leben mit lauter Poesie, in dem jeder jeden mit trägt und nicht nur alleine bis zum Tod und zur Selbstaufgabe pflegt. Ich träume von einem Leben, in dem der Asphalt wieder Rasen ist, ein Leben lauter Freude, in dem der andere ein Freund ist und kein Feind, auch wenn er eine andere Meinung meint. Ein Leben, in dem wir keine Bäume und Träume auf Beton pflanzen müssen, sondern in einen Garten voller Blumen, in dem wir uns küssen. Ein Leben, in dem die Städte Dörfer mit Dorfplatz sind. Komm mit, sag ich zu dir und glaub daran, dass es mehr Befriedigung gibt als einen Blaumann an. Glaub an ein Leben, in dem Romane gesungen werden ohne irgendwelche großen Schluckbeschwerden. Ich träum von einem Leben in dem es keine verpestenden Autos mehr braucht, ein Leben, das sich fügt und genügt. Ich träume von einem Leben, in dem die Liebe zählt und deshalb die Sehnsucht entsteht zusammen zu sein und zusammen zu tun und zu teilen. Ich träume von dir und mir umgeben von einem Kreis aus Menschen, die sich schätzen und auffangen, ohne um sich selbst zu bangen. Ich träume von einem Leben, in dem Träume wahr werden. Ich träume von dir und mir auf Pferden, in einer Filmserie die Poesie erzählt, wir sind Schauspieler des Lebens im Hier und Jetzt, ich träume meine Zeilen, ich träume jetzt, ich träume sie reichen bis ins dunkle Dickicht, um ein Herz zu entfachen, das sich selbst vergessen hat, in all seinem Ach. Und so träum ich weiter und öffne die Augen. Was gibt es schöneres als ein Traum in wach. Ein Traum in weiß? Wer glaubt denn das noch, sagst du. Ich nicht, für mich gibt es nur das eine Leben und in dem geht’s darum zu überleben. Vom Schreiben leben willst Du? Schauspielern? Künstlerin sein? Nein, sagst du, das Leben ist hart und ich glaub daran, dass ich mich nichts mehr trauen kann, denn ich weiß, was es bedeutet zu Leben und da hilft das Träumen nicht, nur das Überleben und weiter im Hamsterrad laufen, auch mit schlurfen, Drama und sich verkaufen. Halt an! Bitte halt an, du kannst doch nicht mehr!, ruf ich, doch du läufst und läufst und das Atmen fällt dir schwer. Nur allein zu träumen, hilft mir nicht mehr. Wenn du nicht immer nur so weiter liefest, sondern einfach mal stehen bleibst, dich umsiehst und mit träumst, dann träumst du vielleicht was, was bleibt und die Welt aus den Angeln heben kann. Das träum ich jetzt und hoffe, dass ein Traum wahr werden kann. Ich träum von einem Leben ohne Angst, in dem du wieder träumen kannst…


Ein gemütlicher Erzähl- und Leseabend mit der „PoetTin“ Julia Sander findet regelmäßig mittwochs von 18.45 Uhr bis 20 Uhr im „Was mit Herz“, Windthorststraße 3-4 in der Nordstadt, statt.

www.institutangewandtepoesie.com

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