Kleines Fest zeigt Wunderwelt im Großen Garten
Pitschnass: Die „Acrobuffos“ beim Wasserbombenkontest. Foto: Niehaus

Kleines Fest zeigt Wunderwelt im Großen Garten

Das Kleine Fest ist nach 30 Jahren in diesem Jahr besonders groß

Von Heike Schmidt
Hannover. Es raschelt. Dann klackert der Tacker. Zweimal schnell hintereinander. Klick-klack. Klick-klack. Dann wendet sie sich wieder einer ihrer großen Kisten zu, klappt eine auf und zieht ein farbiges Band heraus. Madame Chapeau greift zur Schere. Schnipp-schnapp, ein Stückchen Band ist ab. Vor dem Zelt zieht die Gänsekapelle vorbei. Danach radelt ein kleiner Elefant auf einem Dreirad vorüber. Madame greift zum Tacker. Klick-klack. Klick-klack. Der Spiegel liegt auf den Knien. Noch darf man nicht gucken. Aber noch ist Madame ja auch nicht fertig.
Es ist wieder kleines Fest im Großen Garten, eine Wunderwelt, die staunen lässt, und in der man auch noch nach 30 Jahren immer wieder Neues wie Atbekanntes antriftt. Die 30 Jahre sieht man dem „Mann mit dem Zylinder“ nicht an. Harald Böhlmann steht wie in jedem Jahr mit roten Rosen am Eingang, um die Gäste persönlich zu bergrüßen – oder zumindest die, die eine der beliebten Karten ergattert haben – entweder per Losverfahren oder per Schlangestehen. Wer genug Zeit und Muße hat und früh genug an die Pforte zum Großen Garten kommt, der bekommt mit Glück eine der 200 Karten, die vor jedem kleinen Fest an der Abendkasse verkauft werden. Generationen von Festbesuchern haben so schon nette Mitwartende auf Klappstuhlpartys vorab kennengelernt.
Madame Chapeau ist zum ersten Mal dabei. Ganz im Gegensatz zu ihrem Nachbarn: Auch vor Eis Alis Wagen gibt es immer wieder Schlangen. Schokolade? Erdbeer? Vanille? Ganz egal, welches Eis – erst gibt es eins auf die Waffel, auf die Nase und schließlich auch eins auf die Glocke. Über die Jahre hat er nichts an seinem schwungvollen Eishandel eingebüßt.
Natürlich sind auch die Lokalmatadoren Matthias Brodowy und Desimo mit dabei. Sascha Korf bietet Impro-Theater vom Feinsten und kann in rasender Geschwindigkeit Stichworte, die ihm aus dem Publikum zugeworfen werden, je nach Lust, Laune und Darstellungsart („Drama!“, „Comic!“, „Rosamunde Pilcher!“) umsetzen. Auch die darf das Publikum nämlich aussuchen – und das tut es besonders gerne. Denn Mitmachen wird bei diesem Kleinen Fest ebenfalls groß geschrieben.
Wer einmal beim Wasserbombenkontest der „Acrobuffos“ dabei gewesen ist, der könnte spontan auf die Idee kommen, ebenfalls aus einer Plastikschüssel, Gummiband und Nägeln einen Helm zu bauen und im Garten daheim eine Schlacht der besonders spritzigen Art zu feiern. Es ist schön, sich dann einen Moment auf der „lebenden Couch“ auszuruhen oder bei einem Kaffee der Moccamaker zu entspannen. Man könnte auch bei Madame Chapeau vorbei sehen. Dort muss man auch eine Weile still sitzen und kann dem Treiben einfach ein wenig zusehen. Und dann, wenn das letzte Klackern des Tackers verstummt ist, mit dem Bänder und Papier verbunden wurden, und Madame einen auffordert, den Spiegel zu heben, nocheinmal richtig staunen.
Etwa 200 Karten sind jeweils pro Veranstaltungstag noch an der Abendkasse erhältlich, maximal zwei Karten pro Person, Preis: 30 Euro, ermäßigt 17 Euro.

Bildquelle

  • 13_service_kl_Fest_onl: Niehaus

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