Kleines Häschen mit viel Mut
Furchtlos: Das kleine Häschen Rosi. (Zeichnung: Philip Wächter).

Kleines Häschen mit viel Mut

Das Wilhelm Busch Museum für Karikatur und Zeichenkunst zeigt Satirisches für Kinder

Von Heike Schmidt
Hannover. Was macht ein Häschen auf dem Dinomaul? Es sitzt da und guckt fröhlich, während der große grüne Dino mit den spitzen, bedrohlichen Zähnen eher irritiert den kleinen Puschelhasen anschaut. Verkehrte Welt? Aber sicher: Die Häschen, mit denen Philip Waechter Kinderbücher illustriert, sind keineswegs schüchtern und verschreckt, sondern eher pfiffig und abenteuerlustig – was wiederum so manches große Tier ziemlich irritiert. Zu sehen sind seine Zeichnungen jetzt in der Ausstellung „Da bin ich“. Bis zum 3. März zeigt das Wilhelm Busch Museum für Karikatur und Zeichenkunst noch Geschichten für Kinder von Wilhelm Busch, Tomi Ungerer, Friedrich Karl Waechter und eben auch seinem Sohn Philip Waechter.
Das weiße Häschen heißt übrigens Rosi, und man schließt es sofort ins Herz. Unbeirrbar, mit einer Spur Naivität erkundet Rosi ihre Welt, die voller vermeintlicher Gefahren steckt. Aber Rosi hat keine Angst. Denn Rosi ist vorbereitet. Wie? Rosi hat ein großes Herz und bringt auch ihren noch so abgeneigten Widersachern so viel Liebe und Vertrauen entgegen, dass diese sich letztendlich einfach geschlagen geben. Oder wie es Waechter zu einer Zeichnung schreibt: „Doch für das Größte und Schrecklichste hatte sich Rosi etwas ganz besonders Großes ausgedacht“, steht neben der Illustration, auf der die kleine Häsin den – zugegeben etwas vertrottelten Dino – auf die Nasenspitze küsst.
Diese Zeichnungen, gleich zu Anfang der Schau, sind ein schöner Auftakt, beweisen sie doch, dass die Ausstellung nicht nur Kindern etwas gibt. Sie spricht auch Erwachsene an – zeigen die Bilder doch, dass viele vermeintlich übergroße Gefahren ganz einfach weggelächelt werden können. Einzige Voraussetzung: Man muss es ein wenig so wie Rosi machen. Sie nimmt die spitzen Zähne nicht, die großen Tiere als solches aber schon ernst. Sie durchschaut wie sie funktionieren – und lächelt.
Und so funktionieren auch die Geschichten von Tomi Ungerer, F. K. Waechter oder auch die des Namensgebers des Museums. Diese allerdings sind weitaus drastischer.
Kinder, die Wilhelm Busch gezeichnet hat, sind immer frech, machen Quatsch und ärgern die Erwachsenen. Lustig dabei ist, dass sie als „Hänsel und Grethel“ nicht nur mit einer Hexe fertig werden, die aussieht wie eine verhärmte Nachbarin, sondern in der selben Geschichte zusätzlich noch mit einem „Menschenfresser“, der eigentlich aussieht wie ein übergewichtiger Metzger, der eben eine Liason mit der verhärmten Nachbarin alias Hexe hat.
Es gibt viel zu entdecken in der Ausstellung. Morgen gibt es zudem noch eine Kinderaktion. „Unter dem Motto „Was hängt an meiner Angel“ können Kinder ab fünf Jahren um 11.30 Uhr zunächst die Ausstellung besuchen und dann ein eigenes Angelspiel bastelt.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer bei der Bastelaktion dabei sein will, muss vier Euro mitbringen.

 

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