Merci, Gabrielle
Auffällig: Der Hut „Red is Red“ von Brigittte Varnier fällt ins Auge.

Merci, Gabrielle

Die Handwerksform Hannover zeigt mit der Handwerkskammer Rouen Kunsthandwerk aus Frankreich

Von Heike Schmidt
Hannover. Das Collier sieht aus, als habe Anita Constant ein Stückchen aus dem berühmten Seerosen-Gemälde von Claude Monet zu einer Kette verarbeitet.
Das ist kein Zufall. Die Kunsthandwerkerin aus Rouen ist auf besondere Weise mit Claude Monet verbunden: Ihre Großtante Gabrielle war einst Kindermädchen im Hause Monet. Constant hat ihr Bildnis in einer ihrer Arbeiten verewigt: Ein sepiafarbenes Foto von Gabrielle hat sie in eines ihrer opulenten Colliers eingearbeitet.
Anita Constant ist nur eine der Handwerkskünstler aus Rouen, deren Objekte derzeit in der Handwerksform Hannover zu sehen sind. 24 Werkstätten aus der Normandie hat Carole Angenot vom Chambre de Métiers et de Artisanat de la Saint-Maritime für die Ausstellung ausgesucht. Ihre Objekte reichen von aufwendigen Stickereikragen, die Pascale Léonard in mühevoller Kleinarbeit gefertigt hat, über Hingucker-Hüte von Brigitte Varnier bis hin zu einem Sessel von Möbeltischler Yannik Prat, der in seinen leuchtenden Himbeer- und Johannisbeertönen nicht zufällig an das gefüllte Baisergebäck Macaron erinnert.
Bunte Macarons hat auch Glas- und Keramikmalerin Estelle Lambert auf schlicht-weißem Porzellan verewigt, und dabei zeigt sich auch, inwiefern sich französisches von deutschem Kunsthandwerk oftmals unterscheidet: Die Franzosen mögen es manchmal bis an die Kitschgrenze bunt, während Deutsche es eher sachlich-schlicht bevorzugen. Sie werden wahrscheinlich begeistert sein von den schlichten, an die fünfziger und sechziger Jahre erinnernden Kommoden, Tische und Regale von Möbeltischler Daan Koers.
Rosen, die nicht verwelken, haben es Michael Leulier angetan: Aus Leder stellt er sie her und kombiniert sie mit eingefärbten Federn zu Haarschmuck oder Kettenanhängern. Wer hingegen einmal richtig auffallen möchte, dem gefallen sicherlich die Hüte und Accessoires von Brigitte Varnier. Ihr Hut „Red is Red“, den sie an einem Stirnband befestigt hat, ist ein Hingucker für jede opulent-gefeierte Hochzeit. Das Kopfaccessoire „La Meduse“ ist ebenfalls an einem Haarreifen befestigt. Die einzelnen Bänder des Haarschmucks umwippen beim Gehen fröhlich das Gesicht – nur zu stürmisch dürfte es nicht werden.

„Bienvenue! Kunsthandwerk aus Frankreich“, geöffnet bis zum 28. Februar, in der Handwerksform Hannover, Berliner Allee 17.

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