Ohne Max gäbe es wahrscheinlich Nix
Schwungvoll zurück in die Zeit der Petticoats und Kittelschürzen: „Rockabilly“ läuft derzeit im GOP-Hannover.

Ohne Max gäbe es wahrscheinlich Nix

GOP auf Wachstumskurs: Siebtes Varieté ist geplant

Der Kopf  hinter dem GOP: Hubertus Grote.

Der Kopf
hinter dem GOP: Hubertus Grote.

Ab Herbst 2016 wird es das siebte GOP-Varieté geben: Am Bonner Rheinufer wird die GOP Entertainment-Group ein Haus mit 360 Sitzplätzen, ein Restaurant mit 200 Plätzen und eine Piano-Bar mit 40 Plätzen eröffnen. Baubeginn ist im August. Die Unternehmer aus Lippstadt rechnen mit Kosten von 4,5 bis 5 Millionen Euro. Heike Schmidt sprach mit Hubertus Grote, Geschäftsführender Gesellschafter der GOP-Entertainment-Group, über die Wachstumsbranche Varieté.

Herr Grote, Sie sind viel unterwegs. Haben Sie die aktuelle Show hier in Hannover, „Rockabilly“, schon gesehen?
Die habe ich sogar schon öfter gesehen als jede andere – auch in anderen Häusern.
Was gefällt Ihnen denn so besonders daran?
Die Geschichte – und vor allen Dingen die, die dahinter steckt.

Wie meinen Sie das?
Ohne Thomas, der als Max Nix durch die Show führt, würde es das GOP-Varieté hier gar nicht geben. Eigentlich ist er der Schlüssel zum GOP. Ich habe ihn 1991 in Bochum kennengelernt. Wir hatten damals ein Lokal mit Livemusik. In Bochum gab es zu der Zeit eine Show in einem Spiegelzelt. Die Karten kosteten 140, 150 Mark. Das war extrem teuer. Aber wir waren neugierig darauf und  sind hin gegangen. Max Nix war Protagonist der Show. Da unser Lokal bis 22 Uhr immer leer war, haben wir uns gedacht: Davor machen wir auch so ein Bühnenprogramm und haben Max Nix engagiert.

Und? Wie lief es?
(lacht) Schlecht. 30 Karten haben wir pro Vorstellung verkauft; 100 verschenkt. Es war ein Flop.

Das war Bochum. Wie kommt man dann nach Hannover?
Ich habe damals in Hannover gejobbt. Dann standen die Räume hier zur Vermietung. Mein Vater und ich, wir dachten, wir machen hier ein Tanzlokal für Über-30-Jährige auf. Damit kannten wir uns aus. Während der Vertragsverhandlungen fragte jemand, was die Abkürzung GOP bedeute. Da wurde uns die Varieté-Geschichte des Hauses erzählt…

…und dann dachten Sie trotz der negativen Erfahrungen: Warum nicht noch einmal?
Nicht so ganz. Wir wollten das zunächst so machen wie in Bochum: Zuerst bis 22 Uhr Varieté, dann Tanzlokal.

Das hat doch schon beim ersten Mal nicht so richtig geklappt…
Nein, beim zweiten Mal klappte das auch nicht. Die Varieté-Gäste wollten noch ein wenig sitzen bleiben und wir mussten sie herauskomplimentieren, weil die Leute, die tanzen wollten, schon vor den Türen standen. Doch dann haben wir uns für den schwierigeren Weg entschieden – fürs Varieté.

Wieso schwieriger?
Wir kannten das Metier ja gar nicht. Aber wir waren irgendwie verrückt und gleichzeitig fasziniert vom Varieté.

Und dann kam Werner Buss…
Ja, auch das war ein Glücksfall, denn Werner ist jemand, der etwas ganz besonders kann – Leidenschaft und Service miteinander zu verbinden. Es war nicht nur die Show, es auch der Service, der das Publikum begeisterte. Unsere Gäste sollen sich wohl fühlen. Da wir das in jedem Haus so haben wollen, besetzen wir die Stellen in neuen Varietés möglichst mit Mitarbeitern aus den eigenen Reihen oder zumindest denen, die wir kennen.

Warum gehen Sie immer in mittelgroße Städte? Münster, Bad Oeynhausen, warum nicht einmal Hamburg oder Berlin?
Wir sind ein mittelständisches Unternehmen. Wenn wir nach Hamburg oder Berlin gingen, müssten wir das drei- oder vierfache an Kapital in Marketing und Vertrieb investieren.

Ist ein Ende des Wachtums absehbar?
Kann ich nicht sagen.Wenn es sich ergibt, machen wir was Neues.


 

Zahlen rund ums GOP

Die GOP-Entertainment Group betreibt inzwischen sechs Varietés. Ihre Häuser sind in Hannover, Essen, Bad Oeynhausen, Münster, München und Bremen. Jährlich kommen rund 700.000 Gäste in die Shows. Alle zwei Monate gibt es ein neues Programm. Die GOP-Entertainment-Group ist ein 1992 gegründetes, inhabergeführtes Familienunternehmen. Drei Standorte haben neben dem Varieté auch eigene Dance-Clubs und Piano-Bars – wie beispielsweise Bad Oeynhausen. Derzeit gibt es 700 Beschäftigte. In Bonn werden weitere 100 hinzukommen.

Ohne ihn gäbe es das GOP vielleicht gar nicht: Max Nix an der singenden Säge.Quelle: Wilde

Ohne ihn gäbe es das GOP vielleicht gar nicht: Max Nix an der singenden Säge.

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  • Max Nix: Wilde
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