Otto Waalkes und der Grinch
Foto: Filmverleih

Otto Waalkes und der Grinch

Heute (24. November 2018) kommt Otto Waalkes ins Astor Grand Cinema, um den Film „Der Grinch“ vorzustellen. Er leiht der Hauptfigur seine Stimme. Ein Gespräch über kleine grüne Neid-Wesen, verkorkste Feste und warum jeder ein kleiner Grinch ist. Oder: Es ist nie zu früh, um über Weihnachten zu reden.

Sind Sie eher ein Weihnachtsliebhaber oder ein Weihnachtsmuffel?
Ich liebe Weihnachten. Schon seit meiner Kindheit wurden in unserer Familie immer die selben Lieder gesungen, dann gab es immer die gleichen Geschenke, dann das traditionelle Weihnachtsessen und schließlich wurde noch einmal gesungen – es war herrlich.
Haben Sie einmal ein völlig verkorkstes Weihnachten erlebt?
Ja, da war ich noch zur Schule und mein älterer Bruder Karl Heinz fuhr zur See und sollte rechtzeitig zu Weihnachten wieder daheim sein – er war´s aber nicht.
Was ging alles schief?
In Ägypten gab´s eine Krise, der Suez-Kanal wurde geschlossen, und die „Stadt Emden“ – so hieß sein Schiff – musste den Umweg um Afrika herum nehmen – und Afrika zieht sich…
Was war die Rettung?
Als nichts mehr zu retten war, stimmte mein Vater statt „Stille Nacht“ einen Schlager an: „Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus…“ Da konnten wir wenigstens in Gedanken bei ihm sein und gemeinsam ein paar Tränen verdrücken.
Was mögen Sie am Grinch?
Ich mag seine äußere Erscheinung: grün und weich. Vor allem innen ist er noch weicher. Und wenn er sich nicht so einsam fühlte, wäre er auch gar nicht so grimmig. Das zeigt sich spätestens da, als er nicht länger einsam ist.
Warum sollte jeder einen Grinch haben? Den Grinch ansehen?
Einen kleinen Grinch hat wohl jeder von uns tief im Innern: ein bisschen neidisch, missgünstig und fies sind wir doch alle manchmal. Im Film lernen wir, wie man diese Gefühle überwindet.
Der Grinch klaut ja alle Weihnachtsgeschenke: Die Bewohner feiern trotzdem. Das bringt ihn zum Nachdenken. In dem Kinderbuch heißt es: „Maybe Christmas does not come from the store. Maybe – maybe, Christmas means a little more.“ Ist der Grinch also eigentlich ein Anti-Konsum-Märchen?
So kann man es sehen. Weihnachten ist mehr als ein Fest der Geschenkartikelindustrie – aber wem sage ich das? Das weiß doch jeder!
Otto Gerhard Waalkes kam am 22. Juli 1948 in Emden zur Welt. Er hat einen älteren Bruder, Karl-Heinz. Nach dem Abitur studierte er Kunstpädagogik, war aber nie als Lehrer tätig. Gemeinsam mit Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen lebte er damals in der Künstler-Wohngemeinschaft „Villa Kunterbunt“ in Hamburg. 1973 brachte seine erste Fernsehshow den Durchbruch. Otto hat nicht nur zahlreiche Bücher und CDs herausgebracht, sondern auch Filme produziert und Zeichentrickfiguren seine Stimme geliehen –wie beispielsweise Sid aus Ice Age. Otto ist Wahl-Hamburger und wohnt in Blankenese.Die Vorlage für den Film „Der Grinch“ ist das Kinderbuch „Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat“ von Theodor Seuss, genannt Dr. Seuss. Es erschien erstmals 1957 und ist seitdem in den USA eines der erfolgreichsten Kinderbücher. Erstmals in Deutschland erschien das Buch im Jahr 2000.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.