„Sieben Wochen ohne“: Fasten liegt im Trend
Für viele gilt in den kommenden Wochen: Kühlschrank leer räumen. Foto: Imago

„Sieben Wochen ohne“: Fasten liegt im Trend

Von Aschermittwoch bis Karsamstag, also vom 1. März bis 15. April, dauert dieses Jahr die christliche Fastenzeit. Die beiden großen Kirchen setzen wie jedes Jahr eigene Schwerpunkte. Das katholische Hilfswerk Misereor stellt die Hilfe für Kleinbauern im zentralafrikanischen Burkina Faso in den Mittelpunkt der Fastenaktion. Generell geht es den Katholiken beim Fasten um den Gedanken der Demut und der Buße vor Gott – ganz ähnlich übrigens wie beim muslimischen Fastenmonat Ramadan, der 2017 von 27. Mai bis 24. Juni begangen wird. Protestanten dagegen betonen den Aspekt der Einkehr und Neuorientierung: Fasten soll aufwecken, den Blick weiten und den Geist öffnen. Der Verzicht auf Gewohnheiten soll die nötige Distanz zum täglichen Einerlei schaffen, um das eigene Lebenskonzept kritisch zu betrachten und womöglich neu zu justieren.

„Augenblick mal! – Sieben Wochen ohne Sofort“, heißt in diesem Jahr das Fastenmotto der evangelischen Kirche  „Sieben Wochen ohne“. Ganz neumodisch geht es um Entschleunigung – und, banal gesprochen, um Smartphone-Fasten. „Wir erledigen in der virtuellen Welt immer alles sofort: Sofort die App runterladen, sofort die E-Mails beantworten – und wir sagen, nimm mal einen Gang raus und sieh, wie du mit den anderen umgehst“, erläutert  Arnd Brummer, Geschäftsführer von „Sieben Wochen ohne“.

Auf dem Gesundheitsmarkt wird derweil das nächste große Ding vorbereitet – nicht „sieben Wochen ohne“ sondern „immer mal wieder zwei Tage nur ein bisschen“. Intervallfasten ist sozusagen Fasten mit Ausstiegsoption. Das Konzept klingt vielversprechend – erst recht für jene, die nicht ganz so sehr mit eiserner Disziplin und einem marathonmäßigen Durchhaltevermögen gesegnet sind.

Intervallfasten, neuerdings auch 5:2-Diät genannt, meint, salopp ausgedrückt, Folgendes: An fünf Tagen in der Woche gelten ernährungstechnisch keinerlei Tabus, an den zwei verbleibenden versucht man, mit maximal 600 – gesunden – Kalorien auszukommen: möglichst wenige Kohlenhydrate, dafür Wasser, Tee, Gemüse, etwas Obst und ein wenig eiweißhaltige Kost.

Der Vorteil der Methode – so zumindest sind die Anhänger überzeugt – liegt darin, dass dem Organismus innerhalb von 24 Stunden zwar hinreichend Zeit zum Entschlacken gegeben wird, negative Fastenfolgen wie der berüchtigte Jo-Jo-Effekt aber ausbleiben. Das liegt angeblich daran, dass der Körper in der kurzen Diätpause noch nicht auf den genügsamen Hungerstoffwechsel umschaltet. Auf diese Weise sollen die Pfunde purzeln, ohne dass es sich hinterher rächt. Der Prozess des Abnehmens vollzieht sich zwar langsamer als bei jeder Crashdiät, dafür aber ohne allzu große Selbstkasteiung.

Von Jan Sternberg

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