Wald, Wasser und leckerer Spargel
Hallo: Der Weg durch den Wald ist auch bei Regenwetter sehr schön – und es duftet wunderbar.

Wald, Wasser und leckerer Spargel

Die Radtour von Ehlershausen nach Bennemühlen bietet vor allem eines: Natur pur

Ehlershausen-Bennemühlen. Am Bahnhof Ehlershausen schüttet es wie aus Kübeln. Aber das schreckt meine Frau Doris und mich überhaupt nicht. Wir ziehen uns die Regensachen über und schwingen uns auf unsere Pegasus E-Bikes „Pedelecs“ von Stadler. Die „Pedelecs“ unterstützen uns ständig beim Treten, so kommen wir schneller und leichter vorwärts. Da wir die Strecke von Ehlershausen über Fuhrberg nach Bennemühlen schon oft gefahren sind, wissen wir, wie schön sie ist – auch an einem verregneten Tag.
Vom Bahnhof Ehlershausen fahren wir 800 Meter ins Dorf bis zur Martin-Luther-Kirche. Die ist schon aus weiter Entfernung nicht zu übersehen. Wie ein Pfeil streckt sich ihr spitzer  Turm in den Himmel. Die Kirche ist ein moderner Bau. Erst 1966 wurde sie eingeweiht. Wenn die Tür geöffnet ist, sollte man unbedingt einen Blick ins Innere werfen. Die bunten Glasfenster zaubern eine ganz eigene Stimmung in den schlichten Kirchenraum. An diesem Sonntag ist die Tür leider verschlossen. So setzen wir unseren Weg fort in Richtung Golfplatz Ehlershausen. Direkt am Golfplatz geht es in den Wald.

In Fuhrberg helfen Wagen bei der Spargelernte.

In Fuhrberg helfen Wagen bei der Spargelernte.

Der Wegweiser zeigt an, dass es bis Fuhrberg 20 Kilometer sind. Plötzlich hat auch der Himmel ein Einsehen. Erst tröpfelt es nur noch, dann hört der Regen ganz auf. Die feuchte Erde und die mächtigen Kiefern verströmen einen unvergleichlichen Duft.
Nach knapp sechs Kilometern kommen wir an eine Kreuzung. Wir fahren rechts auf der asphaltierten Straße weiter in Richtung Fuhrberg. Dass wir uns weit draußen auf dem Land befinden, wird uns schon bald sehr laut und gewaltig deutlich gemacht: Ein großer Traktor kommt uns entgegen. Bei solch einer Begegnung gilt als erste Regel: Rechts ranfahren und absteigen! – so steht es auf einem Schild am Wegesrand.  Das hätten wir an der Stelle aber sowieso gemacht, denn auf der Weide gleich rechter Hand laufen ein paar schöne Pferde, die wir einen Augenblick beobachten. Aus dem Wald heraus geht es jetzt vorbei an großen Weiden und Feldern bis zur ICE-Strecke Hannover-Hamburg. Die überqueren wir über eine Brücke  und prompt donnert ein weißer Zug mit 200 Stundenkilometern unter uns hinweg. Das ist aber auch das Einzige, was an Zivilisation zu sehen ist. Ansonsten weit und breit kein Mensch, nur Landschaft, soweit der Blick reicht.
Von der Brücke aus geht es nach zweihundert Metern links weiter nach Fuhrberg. Nach drei Kilometern durch die grüne Einsamkeit fahren wir wieder in den Wald. Der sieht hier jedoch  ganz anders aus als in Ehlershausen. Während man dort zwischen den schlanken Kiefern schon die Nähe der Lüneburger Heide spürte, sind wir jetzt in einem tiefen, dunklen Mischwald, der sich über feuchten Moorboden ausdehnt. Hier treffen wir auch erstmals auf Radfahrer, es ist ein Paar aus Köln. Sie sind von Celle aus zu einer Radtour nach Wien aufgebrochen. In drei Wochen wollen sie in der österreichischen Hauptstadt sein. So weit radeln wir nicht.

Landschaft, soweit der Blick reicht.

Landschaft, soweit der Blick reicht.

Nach ein paar Kilometern im Wald kommen wir an eine Landstraße. Rechts ist bereits Fuhrberg zu sehen. Wir fahren aber noch einmal links in den Wald. Dort liegt eine kleine Sehenswürdigkeit. Auf einem Findling ist zu lesen, dass hier am 6. August 1847 König Ernst August 12 Hirsche erlegt hat. Wer`s glaubt – der Monarch war damals 76 Jahre alt und fast blind. Kurz vor Fuhrberg dehnen sich die ersten Spargelfelder aus. Gleich am Ortseingang lädt der Spargelhof Heuer zum Genuss des edlen Gemüses ein. Nach ausgiebiger Stärkung fahren wir weiter zur letzten Etappe unserer Radtour. Die führt zunächst in Fuhrberg vorbei an wunderschönen alten Bauernhäusern und der kleinen Dorfkirche. Weiter geht es vorbei an Spargelfeldern bis in den Wald kurz vor Elze-Bennemühlen. Da flattern am Wegesrand Fahnen mit dem Logo von enercity. Wir sind am Wasserwerk Elze. Der Fuhrberger Wald ist mit 300 Quadratkilometern das größte Wasserschutzgebiet Niedersachsens. Hier wird das Wasser für die Stadt Hannover gewonnen. Vom Wasserwerk Elze sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Bahnhof Bennemühlen. Hier endet nach 30 Kilometern unsere Radtour quer durch die wunderschöne Landschaft im Norden der Region Hannover.

Wenn ein Traktor kommt: Rechts ranfahren und absteigen.

Wenn ein Traktor kommt: Rechts ranfahren und absteigen.

 Das schöne Tor am Wasserwerk Elze.

Das schöne Tor am Wasserwerk Elze.

Der Königstein erinnert an eine jägerische Großtat.

Der Königstein erinnert an eine jägerische Großtat.

Fotos / Tour: Wilfried Schmücking-Goldmann

 

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